Muttis und Papas Lieblings-Blümchenmakro – Zweiter Anlauf
Dienstag, Februar 2nd, 2010Nachdem ich in einem Artikel darüber philosophiert habe, mehr Natur und Landschaftsaufnahmen erknipst zu haben, möchte ich zu dem Thema gleich etwas nachlegen. Da meine Zeit maximal limitiert ist und die bei Jana eingereichten Blümchen-Makros auf positiv eingestellte Augen gestossen sind, lege ich hier und jetzt Eins nach … quasi in doppelter Beweisführung.

Für meinen zweiten Beitrag zu Foto-Blogparade habe ich diesmal alle mir derzeit zur Verfügung stehenden Register gezogen. Der 50 mm-Festbrennweite spendierte ich alle Zwischenringe, die mir zur Verfügung stehen. Auf der kurzen Distanz zum Motiv steht mir mein Tatterich im Weg. Also wird die Kamera auf mein Eisenschwein-Stativ geschnallt. Bei einer Blende von f/1,8 stelle ich den gewünschten Scharfpunkt ein und schraube danach die Blendenöffnung um einige Stufen zu (f/11).
Kamera und das Systemblitzgerät sind so zum Hippeastrum positioniert, dass das Licht nicht durch die Blütenblätter schießt. Das gibt zwar einen tollen Farbeinschlag, doch mir geht es eher um einen guten Detailkontrast als um Farbeffekte. Das Blitzlicht wird mit allen Mitteln “weichgeklopft” … also Streuscheibe raus, Diffusor aufgesteckt und Soft Bouncer übergezogen.
Durch die Distanzringe muss alles manuell eingestellt werden. Es beginnt bei der Blende, der Scharfeinstellung, Belichtungszeit sowie dem Blitzgerät. Letztgenanntes ist auf i-TTL/BL gestellt und per Hand die Blende vorgegeben. Zusätzlich reduziere ich die Blitzlichtleistung um -2 LW. Gläubige Nikon- und Technikjünger werden bei meinem Vorgehen die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Ich bin mit meiner D200 und dem SB800 per Du und fast intim. Deshalb sagen sie nichts mehr, wenn ich sie wie ein Konterrevolutionär “hinters Licht” führe. Der Belichtungsmesser ist in dem speziellen Fall ohnehin nur ein Schätzeisen und so klären zwei Probeaufnahmen meine Einstellungen. Einmal unter diesen Bedingungen einen “Referenzpunkt” gefunden, und fortan wird alles nur noch in Lichtwerten angepasst.
Genug technisches Zeugs gelabert, hier die Ergebnisse:



Fotos: 2010 Ronald Puhle
Noch ein paar Worte zur RAW-Entwicklung. Diesmal habe ich auf ein Tone Mapping aus einem Pseudo-HDR verzichtet. Als Kameraprofil wurde “Landscape” von mir verwendet (Adobe Camera Raw), was schon einmal das Rot der Blütenblätter betont. Für den Detailkontrast musste die “Klarheit” herhalten. Ansonsten liegt eine Cross-Processing-Simulation über der Bildebene und die Kontrastanpassung erfolgt über eine Schwarzweiss-Ebene. Das klingt nach Böhmische Dörfer … aber in meinen Büchern kann man nachlesen, was ich damit meine.
Im Hinterkopf gehe mit einem Retro-Adapter schwanger. Wenn ich mich das dritte Mal zu dieser Blogparade zu Wort melde, dann nur noch mit diesem Teil. Ansonsten sehe ich das Thema als abgeschlossen an. Jetzt muss ich warten, bis eine unserer Orchideen mit dem Blühen beginnt …

Foto: 2010 Ronald Puhle




