Thursday, September 09, 2010 06:06

Posts Tagged ‘text’

MacBook in Aktion

Freitag, März 19th, 2010

Um irgendetwas zu schreiben brauche ich eine Idee, Ruhe und die Muse es überhaupt zu tun. Die Ideen sind schnell gefunden … entweder bin ich der Spender oder sie wird von außen hereingetragen. Die eigentlich benötigte Ruhe ist oft der erste Stolperstein. Habe ich eine Idee aus vielen ins Auge gefasst, konzentriere ich mich ausschließlich darauf. Alles andere drum herum sollte möglichst stressfrei an mir vorüberziehen. Ablenkung aller Art ist mein Scheintod in einer verbalen Schaffensphase.

Wenn wie in dieser Woche geschehen die Probleme auf mich einpurzeln und meine Gedanken ganz woanders sind, unternehme ich gar nicht erst den Versuch für eine Idee in die Tasten zu hauen. Stattdessen dient das Geklimper auf den Buchstaben einfach nur dem Frustabbau. Meist fühle ich mich danach seelisch deutlich leichter, auch wenn es noch nicht für ein weiter tippen an der Idee reicht. Es muss in mir eine gewisse Stimmung vorhanden sein … erst dann fließt der Text aus meinen Fingern.

Eben wie in dieser Woche war ich zunächst bemüht, erst einmal klare Gedanken zu fassen und die angehäuften Steine aus dem Weg zu räumen. Ausnahmsweise den Blick gerade nach vorn gerichtet und im Glauben, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, stellt sich jetzt die innere Ruhe und eine offensichtlich fruchtbare Muse ein, an Texten zu arbeiten. Also Schluss mit der verbalen Eierei, ran gesetzt ans MacBook, sechs Artikelseiten geschrieben und morgen ein paar Menschen beknipst! In dem Sinne wünsche ich ein ruhiges wie musenreiches Wochenende!

Macbook in Aktion - Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe

Macbook in Aktion - Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe

Macbook in Aktion - Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe

Macbook in Aktion - Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe

Fotos: 2010 Ronald Puhle

Über kopierende Wunderkinder

Dienstag, Februar 9th, 2010

Auf n-tv.de las ich Anfang der Woche einen Artikel über eine junge Autorin, die einen Teil ihres Buches offenbar von einem Blogger gemopst hat. Der Satz ist nicht ganz richtig: Ein Tweet von Tilla Pe, mit dem ich zunächst nichts anfangen konnte, brachte den Stein ins Rollen. Er brachte mich zu dem besagten Artikel aufmerksam … ;)

Nun ist ja Copy & Paste nichts Neues. Egal ob Texte, Bilder, Fotos, Produkte oder Ideen … der Einfallslose bedient sich gern bei Anderen. Das war, ist und bleibt immer so. In dem Zusammenhang fällt mir eine Reportage zur Mona Lisa von Leonardo da Vinci ein. Hier wurde behauptet … gesagt, dass Leo die Maltechnik ganz bewusst gewählt hat, um Plagiateuren die Arbeit schwer zu machen. Der Kopierschutz besteht … wie genial … in den feinen Rissen der aufgetragenen Farben.

Jetzt ist herausgekommen, dass eine 18-jährige Autorin, Regisseurin und Schauspielerin (Quelle: Wikipedia) sich bei einem anderen Autor sowie einer Band und ohne deren Wissen bedient hat. Die Feststellung, zumal von Helene Hegemann mittlerweile selbst zugegeben, haut mich auch noch nicht um. Ich möchte nicht wissen wie viele Bücher in den Bibliotheksregalen stehen bleiben dürften, würde man an der Eingangstür “Text- und Bildkopien aller Art und ohne Quellenverweis heraustreten” rufen. Selbst die Bibel soll ja eine Zusammenfassung von mehr oder minder glaubhaften Geschehnissen sein … habe ich gehört.

Was mich persönlich an der ganzen Sache ärgert ist der Versuch, die unangenehme Angelegenheit mit der Sharing-Kultur im Internet zu “entschuldigen”. Ich nenne es Faulheit, sich nicht selbst zu mühen und eigene Gedanken zu machen. Es spricht nichts dagegen, die Textpassage des Blogs als Inspiration zu nutzen und darauf aufbauend die eigene Geschichte zu entwickeln. Es kostet eben einwenig Grips und Zeit. Wenn das “Sharing” von Daten in jedweder Form den Zeitgeist widerspiegelt, sollten wir uns davor hüten die Kultur ins Spiel zu bringen. Denn das unreflektierte Kopieren und Einfügen ist ein ernstzunehmender geistiger Verarmungsprozess, der nachfolgenden Generationen bitter aufstoßen könnte. In dem Zusammenhang täte es genauso gut, Superlative wie Wunderkinder oder Superstars zu meiden. Ein anerkanntes Talent tut es am Anfang auch … :evil:

Mehr zu dem Thema inklusive der fraglichen Passagen … weiter

Der AXE-Effekt zwischen Dichtung und Wahrheit

Mittwoch, November 25th, 2009

Das wahre Leben bröselt bei mir so vor sich hin. Jeden Tag zählt die Lebensuhr einen Takt weiter, genauso muss ich mehr und mehr Abstriche bei den Idealen machen. Zugegeben, ich bin weder bibeltreu noch ein zutiefst moralischer Zeitgenosse. Dennoch versuche ich daran zu glauben, dass die Menschheit irgendwelche Werte ihr eigen nennt, woran es sich lohnt, mal mehr oder weniger dran festzuhalten. Doch jetzt ist auch die letzte Bastion gefallen: Sex sells ist auch nicht das, was es mal war.

Meine alternde Gesichtshaut möchte nach der morgendlichen Haarentfernung nicht mehr mit schnöden Rasierwasser beruhigt werden. Ich benötige einen Balm … also die Kurzform des Balsam. Bisher schmiss ich mir teure wie beruhigende Cremes a la Antaeus von Chanel in die Falten. Zumindest fühlte sich meine Pfirsichhaut davon nicht provoziert und quittierte mir die Unachtsamkeit mit Hautirritationen. Stattdessen meldete sich immer wieder meine Geldbörse zu Wort, denn die schmierigen Wässerchen sind nicht gerade billig.

In der pünktlich zum Wochenende im Hausbriefkasten landenden Werbung bot eine Drogeriekette ein ebenfalls für sensible Männerhaut geeignetes Balsam zum Aktionspreis an. Da konnte und durfte ich natürlich nicht nein sagen. Vor dem Regal stehend entnahm ich der Verpackung, dass SIE nach der Anwendung dieser Lotion nicht mehr davon lassen kann, meine Haut zu berühren. Gesagt und getan: Der Flacon landete im Eingangskorb und ich konnte den Montag nicht mehr erwarten. Um meine sensible Gesichtshaut zu schonen, verzichte ich seit Jahren darauf, mich am Wochenende, im Urlaub oder während der Krankschreibung zu rasieren.

Wie jeden ersten Werktag nach einer Rasierpause kratzte ich die lästigen Stoppeln aus meinem Gesicht. Da meine Angetraute noch seelenruhig im ehelichen Gemeinschaftsbett schlummerte, musste ich die “SIE”-Wirkung des AXE-Balm in der Strassenbahn testen. Ich setzte mich auch gleich direkt neben eine junge Frau und lächelte sie breit grinsend an. Doch statt mir ins Gesicht zu fassen und sich lasziv an meinem Oberschenkel zu reiben, drehte sie sich ab und nippte an ihrer Henkeltasse. Die Dinger sind auch so eine Unsitte wie das Bier trinken in der Tram. Ein ordentlicher Bremser und die Brühe landet bei meinem Talent auf der Hose.

Nachdem ich bei der jungen Frau mit ihrem frisch geschwärzten Haar und einer von der Sonnenbank strapazierten Haut abgeblitzt bin, setzte ich mich neben eine Dame in der Kategorie “Älteres Semester”, Gattung “Familienplanung biologisch bedingt abgeschlossen”. Wieder legte ich ein unwiderstehliches Lächeln auf und hoffte, wenigstens im höheren Semester punkten zu können. Doch auch bei der Mottenkugel versagte der Grabsch-Effekt. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen. Schon beim Deo-Spray desselben Herstellers war nichts so, wie in der TV-Werbung zu sehen. Damals dachte ich, die Fehlwirkung sei auf mangelnde Körperhygiene zurückzuführen. Nach vier warmen Wochen kann Mann ohne regelmäßige Duschapplikation unangenehm riechen.

Da ich nun ein zweites Mal auf die Werbebotschaften von Unilever hereingefallen bin, habe ich überlegt, das Unternehmen wegen notorischer Irreführung zu verklagen. Doch dann las ich auf Allwissend Wikipedia, dass die Zielgruppe der Marke AXE bei 12 bis 29 Jahren liegt. Doch der bin ich erwiesener Maßen um gefühlte 100 Jahre entwachsen. Also wird es wohl nichts mit einem Millionen Dollar Geldsegen, wenn ich die Klage in den USA eingereicht hätte. Schade, dann muss ich mir eben ein anderes Opfer suchen … :evil:

Skulptur im Schlosspark Sanssouci - Chinesisches Teehaus

Foto: 2009 Ronald Puhle

Motto, These oder Weisheit – Eine Blogparade

Mittwoch, November 4th, 2009

Auf Janasworld las ich von einer so genannten Blogparade. Dummie wie nur ich sein kann, fragte ich mich zunächst, weshalb und wofür die BloggerInnen marschieren? Viele schmeissen mit dem Begriff um sich, doch kaum einer erklärt Mister Unwissend, was hinter dem Gedanken steckt. Ohne Taschenrechner habe ich 1 und 1 zusammengezählt und mich entschieden, bei dieser Aktion mit zu marschieren.

Gibt es eine Weisheit, die Dir ganz besonders geholfen hat?
Ob sie nun wirklich hilfreich ist, kann ich nicht sagen. Vielmehr klingt “Wenn du dich auf jemanden verlässt, dann bist du verlassen” für mich eher resignierend. Freundschaft, Liebe oder Teamgeist sind für mich mittlerweile nur Floskeln, um auf kurzem Weg und Kosten anderer eigene Vorteile zu sichern.

Welche Worte haben bei Dir nachhaltigen Eindruck hinterlassen?
Meine Mutter meinte einmal, dass ich “über Leichen gehen würde“. Diese Worte haben mich zutiefst verletzt. Nicht nur, dass sie von der Frau stammen, die mich über neun Monate in ihrem Körper getragen hat. Obwohl ich mir viele … vielleicht zu viele … Gedanken über mein Leben mache, bin ich noch nie auf diesen Ansatz gekommen. Sicherlich entwickle ich in manchen Dingen einen gewissen Ehrgeiz, doch irgendwo muss das Ganze auch seine Grenzen haben. Ein Leben nehmen ist leicht. Wenn es sich als Irrtum herausstellt, kann ich es nicht wiedergeben.
Ich muss dazu sagen, dass ich seit Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter habe. Irgendwann habe ich mal erfahren, dass ich für sie ein “Unfall” war und verstehe deshalb sehr gut, weshalb meine Kindheit so verlief. Selbst als ich ihre Hilfe gebraucht habe, stand sie mir nicht bei. Schmerzlich, aber auch gut zu wissen …

Welches Motto, welche These oder welchen Rat hast Du verinnerlicht?
Es gibt keine Freiheit ohne Grenzen! … mehr kann und möchte ich dazu nicht sagen.

Gibt es einen Satz, den Du wieder und wieder beherzigst?
Man sollte die Dinge nicht nach ihrem Preis, sondern nach deren Wert beurteilen.” Warum? Meine persönliche Hasskappe ist die “Geiz ist geil”-Werbung eines Elektro-Großmarktes. Davon mal abgesehen, dass es sich bei den ausgelobten Schnäppchen eher um heisse Luft gehandelt hat, muss man sich kurz oder lang über die Konsequenzen solcher “Lebensphilosophien” im klaren sein. Wenn Produkte nur noch unter ihrem Wert verschachert werden, warum regen sich die Leute dann wiederum auf, dass ihre Arbeit nicht anständig bezahlt wird oder Jobs ins “billige” Ausland verlagert werden. Es gilt immer noch: actio et reactio!

Welche Gedanken sind oder waren hilfreich für Dich?
Es ist ein Ausspruch von Einstein: “Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.” Zwei aktuelle Beispiele: Weshalb konnte die FDP bei der letzten Bundestagswahl so viele Stimmen für sich verbuchen, obwohl es im Vorfeld mehr als klar war, dass die “Steuererleichterungen für den Bürger” unter den gegebenen Bedingungen nicht finanzierbar sind. Wo nichts ist, kann nichts verteilt werden. Es kann sich in der verfahrenen Situation nur noch etwas ändern, wenn das System umgekrempelt wird. Um Missverständnisse vorzubeugen: Es geht mir nicht um eine linke oder gar rechte “Revolution” und dergleichen. Es soll … es muss auch weiterhin Häuptlinge und Indianer geben. Doch ein blosses Umverteilen und unter dem Strich mir dann doch noch ein paar Euro mehr abzuknöpfen, kann auf Dauer nicht die Lösung sein.
Das zweite Beispiel ist die aktuelle Impfwut. Hier wird ein ganzes Land zum Testkaninchen für einen Impfstoff gemacht. Wenn sich eine gewisse Skepsis der Probanden einstellt, wird ein erwiesener Schweinegrippe-Toter medial aufgebauscht, dass die Lämmer vor Angst gleich zur Schlachtbank rennen. Ich bin gespannt, wie sich das Verhältnis H1N1- zu Impfstoff-Opfer verhält, wenn die Zahlen jemals veröffentlicht werden …

Generell vermeide ich vor dem Verfassen meiner Texte (Blog, Artikel oder Bücher) mir ähnlich gelagerte Ausführungen durchzulesen. Es bleiben zu viele “Wortfetzen” in meinem Hinterkopf hängen, die mich bewusst wie unbewusst beeinflussen. So habe ich Janas Antworten erst gelesen, nachdem mein Text fertig war. Ich empfand meine Kommentare als sehr “düster” und war deshalb kurz davor, den Text nicht zu veröffentlichen. Doch Jana stellte ähnliche Gedanken ihren Antworten voran.

Bis vor ein paar Jahren war ich der Meinung, mein Leben mit allen Höhen und Tiefen noch einmal leben zu wollen. Erst diese Erfahrungen haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Mittlerweile sehe ich es vollkommen anders. Dummerweise lässt sich die Zeit nicht mehr zurückdrehen und Dinge, die mir einst wichtig waren sind heute einfach über den Haufen geworfen … :(

Beständig nur ist eure Unbeständigkeit

Freitag, Oktober 9th, 2009

Wie wahr: “Richtig lesen hilft ungemein weiter”! Mir hat schon immer die Musik zum Film Sonnenallee gefallen. Damit meine ich nicht die bekannten, alten Titel, sondern das, was eher nach Velvet Unterground und Lou Reed zu hören ist. Hätte ich mir den Vorspann oder das DVD-Cover ordentlich durchgelesen, wüsste ich seit der Veröffentlichung des Films, dass die Einstürzenden Neubauten zu hören sind.

Mit dieser Erkenntnis erleuchtet, stürzte ich mich vor allem auf ihre neueren Werke. So haben es mir die Alben Perpetuum Mobile und Alles Wieder Offen auf Anhieb angetan. Als Jemand, der minimal der deutschen Sprache mächtig ist, erfreue ich mich an gleichsprachigen Texten, die mir Phrasen wie “Die Träume sind verunglückte Zeitreisende” oder “Beständig nur ist eure Unbeständigkeit” einfach zum Nachdenken aufgeben. Danke Blixa & Co. … :D

“Die Wellen” … Einstürzende Neubauten; Alles Wieder Offen