Friday, September 10, 2010 19:41

Posts Tagged ‘systemblitz-technik’

Umfrage iPhone Apps für Foto & Video – Fazit

Samstag, Februar 27th, 2010

Zunächst möchte ich mich bei den Kommentatoren bedanken. Obwohl die Umfrage und das Feedback sicherlich keinen repräsentativen Charakter hat, so bin ich schon etwas überrascht, dass die Foto-Funktion offenbar intensiver genutzt wird.

Gerne möchte ich auch meine Top-Favoriten in Sachen Foto am iPhone verraten:

- PS Mobile,
- HDRforFree,
- SketchBookX,
- WordPress und
- Tumblr.

Um die Zeit beim Warten auf das richtige Licht oder ein Modell zu verkürzen, spiele ich liebend gerne CardShark oder lese in Marcel Magis Büchern “Mein Leben mit Mitsu” und “Sommer mit Schafen”.

Anfänglich war das Fotografieren mit dem iPhone kein ernsthaftes Thema für mich. Erst Apps wie Photoshop Mobile weckten mein Interesse. Die Arbeitsweise erinnert mich an meine Anfangszeit, wo Programme wie CorelDraw, PhotoImpact oder wie sie alle hießen noch richtig “geile” Software und Photoshop für mich ein Buch mit sieben Siegel war … :)

Um den Gewinner zu ermitteln bediene ich mich Random.org.

TROMMELWIRBEL:

Kommentar 4 gewinnt das Buch "Nikon Systemblitz-Technik"

Kommentar 4 von Kplkoop bekommt in den nächsten Tagen Post von mir!

Herzlichen Glückwunsch dem Gewinner! :)

Ich möchte die Umfrage mit einen jener Fotos abschließen, das ich mich dem iPhone aufgenommen und anschließend mit Apps wie HDRforFree und Photoshop Mobile bearbeitet habe.

Wie gesagt: Die Arbeitsweise ist relativ eingeschränkt und nicht mit meiner Nikon D200 und Photoshop CS4 zu vergleichen. Es ist einfach nur der Spaßfaktor und die Möglichkeit, in einer Muse-Minute Pixel zu schubsen … ohne irgendwelche Hintergedanken an einen kreativen Anspruch. So etwas muss einfach auch mal sein … :)

Gegenlichtaufnahme mit dem iPhone

Foto: 2010 Ronald Puhle

Umfrage – Das iPhone als Foto- und Videokamera

Donnerstag, Februar 11th, 2010

Das iPhone ist nicht nur ein Mobilfunkgerät, Musik-Player und Organizer. Seine interne Kamera und vor allem die Vielfalt an Apps eröffnen dem Besitzer neue Möglichkeiten. Ohne Zuhilfenahme eines Rechners ist es möglich, Bilder aufzunehmen, am iPhone zu bearbeiten und die Ergebnisse anschließend im Internet zu verteilen.

Ich möchte deshalb eine Umfrage unter meinen Besuchern starten. Mich interessiert, welche Funktionen und Apps nutzt ihr in Sachen Fotografie und Video? Was würdet ihr euch in zukünftigen Generationen des iPhones wünschen? Welche Apps vermisst ihr? Nutzt ihr Erweiterungen wie Aufsatzobjektive oder Eigenkreationen, um die verwendete Optik aufzuwerten?

Unter allen Teilnehmern, die bis zum 26. 02. 2010 einen Kommentar oder mir per E-Mail schreiben, verlose ich ein Buch Nikon Systemblitz-Technik – Kreative Blitzlichtfotografie.* Ich freue mich auf eure Kommentare!

Umfrage - Welche Apps verwendet ihr am iPhone für Fotos und Video?

*: Die E-Mail-Adresse wird in der Kommentar-Funktion nicht veröffentlicht!

Nachschlag – Nikon Systemblitz-Technik

Montag, Januar 25th, 2010

Egal ob ein Buch oder Artikel: Zum abgegebenen Leser-Feedback mache ich mir meine Gedanken. Generell bin ich bemüht, meine eigene Sichtweise mit den möglichen Interessen der Leser zu kombinieren. Es ist kein einfaches Unterfangen und bietet in Detailfragen genügend Zündstoff für Diskussionen, die manchmal auch nur auf Missverständnisse beruhen.

Das Nikon Systemblitz-Technik-Buch wendet sich an Einsteiger, die Blitzlicht (sei es kameraintern oder Systemblitz) nicht oder nur äußerst selten verwenden. Wer sich mit der Materie bereits intensiv auseinandergesetzt hat und mit unserem Buch Antworten auf Detailfragen im Promillebereich erhofft, den müssen wir enttäuschen. Genauso wenig kommt der Leser nicht umhin, das Handbuch der Kamera und Systemblitzgerät zu lesen. Hier gibt Nikon viele Hinweise, wofür welche Funktion verwendet werden sollte. Besagte Empfehlungen sind aber bitte nicht als bindend zu betrachten. Insofern Feature in bestimmten Kamera- und Blitzgeräteeinstellungen nicht ausgeschlossen sind, lassen sie sich im Interesse des Fotografen auch anderweitig “missbrauchen”. Wichtig ist dabei nur zu wissen, wo das Haupteinsatzgebiet liegt und welche Konsequenzen der “Missbrauch” nach sich ziehen kann.

Der Hauptkritikpunkt richtet sich überwiegend gegen unseren lockeren Umgang mit dem Aufhellen, der Blitzleistungskorrektur und dem Einsatz der Matrixmessung. Für das Aufhellen (i-TTL/BL) gibt Nikon an, es vor allem bei hellen Motiven einzusetzen. Das heisst: Dort wo das Motiv viel Licht reflektiert, liegen die Stärken des i-TTL/BL. Daraus folgt, dass das Blitzgerät sein Licht eher behutsam abfeuert. Genau diesen Effekt nutzen wir. Zur vorhandenen Lichtstimmung soll lediglich soviel Blitzlicht zugegeben werden, dass Details in den Schatten möglichst unauffällig hervorgeholt werden. Gern wird in dem Zusammenhang die Wechselwirkung aus Vordergrundmotiv und Hintergrund bemüht. An der Stelle befinden wir uns aber bereits beim zweiten Schritt. Die Gewichtung erfolgt ausschließlich … und das ist der eigentlich erste Schritt … über die Belichtungszeit. Erfolgt sie sehr kurz, dominiert der Blitz die Belichtung. Die Helligkeit des Hintergrunds spielt bei entsprechendem Abstand kaum eine Rolle (Stichwort: Vermeiden von Schlagschatten). Wird eine längere Belichtungszeit gewählt, gewinnt der Hintergrund aufgrund des Restlichtes an Helligkeit. Wir erzeugen eine gewisse Tiefenwirkung. Man kann sogar einen Schritt weitergehen. Blitzt man bei längeren Belichtungszeiten auf den zweiten Vorhang, fließt das vorhandene Umgebungslicht scheinbar stärker in die Belichtung ein. Zwangsläufig wird in der i-TTL-Blitzsteuerung weniger Blitzlicht benötigt.

Die Matrixmessung basiert auf Motivreferenzen … eine Art Datenbank, die in der Kamera abgelegt ist. Danach wird die erforderliche Belichtung beziehungsweise Blitzlichtleistung ermittelt. Die Tiefeninformationen (Abstand zum Hintergrund und die Reflektionseigenschaften) werden zwar berücksichtigt, sind für die Belichtung aber sekundär. Es sind keine Belichtungswunder zu erwarten, denn wie vorab angeführt, ist die Belichtungszeit ausschlaggebend. Selbst wenn das Vordergrundmotiv das Blitzlicht gut und der Hintergrund schlecht reflektiert, wird sich die Kombination Matrixmessung und Blitzsteuerung davor “hüten”, mit einer höheren Blitzlichtleistung den Hintergrund besser auszuleuchten und gleichzeitig das Vordergrundmotiv zu überzeichnen. Ausgehend vom eigentlichen Ansinnen des i-TTL/BL (helle … gut reflektierende Oberflächen) ist auch weiterhin mit einem sparsamen Einsatz des Blitzlichtes zu rechnen. Diesen Effekt wollen wir und haben ihn im Buch an Bildbeispielen gezeigt.

Das eigentliche Verständigungsproblem ist offensichtlich folgendes: Wir ermuntern unsere Leser, ihre Kamera im manuellen Belichtungsmodus zu nutzen. Stattdessen erproben sich Leser in Teil- und Vollautomatiken an unseren Tipps. Das muss an einigen Stellen schief gehen. Hier möchte ich auf den Anfang des Artikels zurückkommen: Unser Buch ersetzt nicht das Lesen des Handbuches. Nikon schreibt klar und deutlich, wie die Belichtungsautomatiken zu nutzen sind. Ganz bewusst haben wir auf Wiederholungen dieser Art verzichtet. Man muss sich nur die Rezensionen der Bücher anschauen, die das tun. Deshalb an der Stelle noch einmal der Hinweis: Die manuelle Belichtungssteuerung “degradiert” die Matrixmessung zum Belichtungsmesser mit einem größtmöglichen … das Motiv nahezu vollständig erfassenden … Messfeld. Die Belichtung wird, und so ist unser Verständnis der Fotografie, vom Fotografen gesteuert, der das Ergebnis wiederum in der Belichtungsskale “vorhersehen” kann. Auf der Basis erfolgt unsere Blitzbelichtung “motivbasiert” (Matrixmessung und keine Punktmessung a la Spot- und mittenbetonten Messung), auch wenn Nikon an der Stelle andere Empfehlungen gibt. Würden wir uns streng an die Vorgaben halten, wäre i-TTL mit höheren Blitzleistungskorrekturen die Konsequenz. Allerdings ist bei der Härte des Blitzlichtes und einem 3 LW-Aktionsradius die Belichtung für unsere Zwecke relativ eng bemessen.

Viele Fotografen erwarten reproduzierbare Ergebnisse. In dem Fall kann die Lösung nicht wirklich i-TTL und Belichtungsautomatiken lauten. Man muss sich wieder vor Augen führen, dass es sich um Steuerungen und keine Regelungen handelt. Ändert sich ein Parameter (zum Beispiel Lichtverhältnis oder Kameraposition), reagiert die Steuerung dementsprechend. Wenn wirklich reproduzierbare Ergebnisse gewünscht werden, sind konstante Eingangsgrößen erforderlich. Das heisst aber auch, dass die Blitzenergie manuell gesteuert werden sollte. Überzeichnet lässt sich sagen: i-TTL als auch i-TTL/BL gibt dem Fotografen eine Blitzenergie vor und keiner weiss, wie viel.

Für den einen oder anderen gestandenen Nikon-Fotografen, der sich nahtlos und anfänglich zurecht an die Vorgaben des Herstellers hält, sind solche Sichtweisen sowie unser Vorgehen im ersten Moment befremdlich. Ich benutze gerne Analogien, um für etwas mehr Verständnis in technischen Dingen zu vermitteln: Obwohl zwei Rennfahrer eines Formel 1-Teams über identisches Material verfügen, werden sie unter normalen Umständen nie zeitgleich über die Ziellinie fahren. Jeder Fahrer stimmt den Boliden auf seine Bedürfnisse ab und hat ein anderes Fahrverhalten. Dasselbe gilt für die Fotografie. Wir sind mit dem Buch angetreten, typische Blitzlichtfotos des Anfängers zu vermeiden und beschreiben aus unserer Sicht einen begehbaren Weg. Wir lassen es bewusst in der Hand des Lesers, seine eigenen Konsequenzen daraus zu ziehen. Entweder folgt er unserem Beispiel und übernimmt anstelle einer Automatik die Kontrolle oder der Leser nimmt das Buch als Wissenserweiterung, welche Möglichkeiten es noch gibt.

Autoren: Gabriela und Ronald Puhle, Verlag Markt + Technik

Cover: Markt + Technik

TIPP
Potentielle Interessenten haben in der Buchhandlung die Möglichkeit, sich den Inhalt anzusehen und dann zu entscheiden, ob sie das Buch kaufen wollen oder nicht. Im Onlinehandel ist es etwas schwieriger. Man ist auf Rezensionen oder Leseproben angewiesen. Der Verlag hat unser Buch bei Google online gestellt und jeder kann darin kostenlos lesen. Auch wenn wir als Autoren an dem Service keinen Cent verdienen, bietet sich so die Möglichkeit, vor dem Kauf etwas genauer reinzuschauen. So sollte sich ein Fehlkauf und die Verärgerung eines Käufers eigentlich vermeiden lassen … ;)

Mein erster Winter am Wasser

Freitag, Januar 15th, 2010

Zur Zeit verbringe ich meinen ersten Winter am Wasser … in Teilzeit und genau genommen an der Spree. Ich bin erstaunt, wie schnell sich in den letzten Wochen Eisschollen gebildet haben und sogar ein Mini-Eisbrecher für eine freie Fahrt der Binnenschiffe sorgen musste. Kaum steigen die Temperaturen etwas an und der Wind bläst aus einer anderen Richtung, ist der vor meinem Büro befindliche Flussabschnitt wieder frei vom Eis.

Ohnehin verspüre ich zur Zeit den Drang, wieder mehr in Sachen Landschaft und Natur zu fotografieren. Meine letzten Exkursionen dieser Art standen im Zeichen des Buchprojektes Nikon Systemblitz-Technik. Dadurch stand ich nicht nur unter einem gewissen Zeitdruck, ich musste primär mit dem Blitzgerät arbeiten.

Dummerweise möchte ich auch noch ein Fish-Eye-Objektiv, sei es das billigste Teil, vor meine Kamera schnallen. Das kostet allerdings Geld … ziemlich viel sogar … und ich weiss noch nicht einmal, was das bereits angesprochene Buch im ersten Quartal des letzten Jahres eingespielt hat. Da meine Freizeit in der Arbeitswoche ins Dunkel des Abends fällt, bleibt eigentlich nur das Wochenende für solche Touren. Doch entweder hänge ich im Fotostudio rum oder möchte auf der Wohnlandschaft liegend einfach nichts tun.

Zu meinem Handgepäck gehört lediglich eine Kompaktknipse Ricoh GX200. Mit ihr kann ich beim Ausblick aus dem Fenster nur wenig anrichten. Wünschenswert wäre mein gesamter Fototechnik-Park, doch mir fehlt noch immer die tragende Rolle eines Assistenten. Und so hole ich bei lohnenswerten Motiven die betagte Canon D30 aus dem Stahlschrank und schieße mit sensationellen 3 Megapixeln Aufnahmen.

aufgenommen mit der Canon EOS D30

Foto: 2010 Ronald Puhle

Polaroid-Simulation mit Poladroid

Foto: 2010 Ronald Puhle

Ich beneide … ja, ich kenne auch Neid … jene, die quasi die Natur vor ihrer Haustür haben. Nicht nur das Sujet liegt mir derzeit auf der Seele. Mit dem entsprechenden Freiraum drum herum möchte ich auch an meinem Bildaufbau feilen und mit Semipanoramen experimentieren. Mal abgesehen von der fehlenden Zeit, ergibt sich nur noch ein Problem für mich: Wenn ich vor dem Motiv stehe, mache ich letztendlich doch alles so wie bisher. Wie gehabt stehe ich mir eigentlich nur selbst im Weg … :(

Nikon Systemblitz-Technik – Ein inoffizielles Update

Sonntag, Dezember 27th, 2009

In den letzten Tagen erfreue ich mich … erfreuen wir uns … am Feedback von Lesern des Buches Nikon Systemblitz-Technik. Dabei kristallisieren sich Themen wie die Belichtungsmessung, das entfesselte Blitzen und die Kurzzeitsynchronisation als Schwerpunkte heraus. Um entstandene Missverständnisse oder Fehlinterpretationen vorzubeugen, möchte ich ein kleines “inoffizielles” Update zum Buch nachschieben. :)

Indirektes Blitzen und manuelle Blitzsteuerung

Foto: 2006 Ronald Puhle

Belichtungsmessung
Ein Kritikpunkt ist unser Umgang mit der 3D-Color-Matrixmessung. Obwohl wir mehrfach darauf hinweisen, dass man unser Vorgehen nur als Empfehlung verstehen sollte und jeder Fotograf sein eigenes Handeln aus dem Buch ableiten sollte, wird an der Empfehlung des Kameraherstellers relativ starr festgehalten. Warum nehmen wir die Position ein? Leider können wir unsere Motive und die jeweilige Ausleuchtung nicht als Bastelbogen zum Buch mitliefern. Erst dann wäre annähernd gewährleistet, dass der Leser unser Vorgehen 1:1 nachempfinden kann.

Nikon empfiehlt, die 3D-Color-Matrixmessung unkorrigiert zu benutzen, kommentiert allerdings in seinen Handbüchern nicht weshalb. Während die Spot- und mittenbetonte Belichtungsmessung auf einem Messwert (mittleres Grau, 18% reflektiertes Licht) beruht, arbeitet die 3D-Color-Matrixmessung nach dem Vergleichsprinzip (siehe zum Beispiel Seite 196 oder 246). Hier ist die Referenz eine Art Datenbank, mit der das “Matrix-Ergebnis” verglichen wird. Dementsprechend erfolgt in den teil- und vollautomatischen Belichtungsprogrammen die Einstellung der Blende, Belichtungszeit und gegebenenfalls der Empfindlichkeit auf “digital gespeicherte Erfahrungswerte”. Um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, soll der Fotograf keine Belichtungskorrektur in der Matrixmessung ausführen.

Das Ansinnen von Nikon und die daraus resultierenden Konsequenzen klingen logisch. Dennoch bedeutet es nicht, sie je nach Motiv auch konsequent bis zum bitteren Ende durchzuziehen. Jede Belichtungsmessung wird auf Veränderungen des Lichtes, dem Kamerastandpunkt etc. reagieren und Korrekturen erforderlich machen. Liegt bei der Spot- und mittenbetonten Belichtungsmessung kein referenzähnlicher Grauton vor, ist sie quasi ein Muss. Die 3D-Color-Matrixmessung versucht es, entsprechend ihres Funktionsprinzips, selbsttätig auszubügeln. Und genau aus diesem Grund greifen wir lieber zur Matrixmessung und korrigieren sie sogar. Es lässt sich von uns nicht genau sagen, welches Motiv oder welche Lichtsituation es betrifft. Vielmehr ist es ein intuitives Vorgehen, dass wir uns über Jahre angeeignet haben. Des Weiteren muss man auch die Kameraklassen berücksichtigen. Einsteigerkameras kommen mit kleinere Messsensoren daher. Dementsprechend “ungenauer ist ihre Motiverkennung” und Fehler sind möglich.

Ich möchte noch einen anderen Gedanken zu dem Thema äußern. Wir ermuntern den Leser mehrfach, anstelle eines teil- und vollautomatischen Belichtungsprogramms die manuelle Kontrolle über die Belichtung zu erlangen. Durch die Lage des beziehungsweise der beiden Einstellräder kann man schnell auf Veränderungen reagieren. Dadurch “verkommt” der Belichtungsmesser zwar zum reinen Hilfsmittel, doch sollte er einen möglichst großen Bildbereich erfassen. Das spricht wieder für die 3D-Color-Matrixmessung oder die mittenbetonte Belichtungsmessung mit einem großen Durchmesser.

In dem Zusammenhang möchte ich auch noch auf das Aufhellen eingehen. Allein diese Blitzsteuerung kann kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vordergrundmotiv und Hintergrund erzielen … egal wie trickreich hier Nikon vorgeht. Den Grundstein setzt der Leser mit der Belichtungszeit. Das Aufhellen ist lediglich das Salz in der Suppe. Denn eines muss man sich in dem Punkt vor Augen führen: An der Ausbreitung des Blitzlichts kann auch das Aufhellen nichts ändern.

Blitzen als Aufheller im Gegenlicht

Foto: 2009 Ronald Puhle

Entfesseltes Blitzen
Worin liegt der Unterschied zwischen dem i-TTL und manuellen Blitzen? Das Ziel der TTL-Blitzsteuerung ist eine optimale Belichtung der Aufnahme. Das heisst: Die Kamera gibt ein gewisses Blitzbelichtungsniveau vor und der Fotograf kann auf dessen Grundlage Veränderungen (Abstand der Blitzgeräte, Blitzrichtung, Blitzenergie usw.) vornehmen. Die manuelle Kontrolle der Blitzenergie “befreit” den Fotografen vom Zwang der optimalen Belichtung. Das Ausgangslevel ist also ein völlig anderes und erfordert dementsprechend mehr Eingriffe.

Das entfesselte Blitzen ist aufgrund seiner verteilten Blitzlichtquellen anders zu bewerten als Blitzlichtaufnahmen via Blitzschuh. Damit ist eine Diskussion im Sinne des BL-Aufhellens hinfällig. An deren Stelle treten eben die zusätzlichen Blitzköpfe. Selbst Nikon gibt sich an der Stelle etwas schwammig. So geben die Handbücher das Aufhellen im Advanced Wireless Lighting explizit an. Vielleicht hätte eine andere Sprachregelung für weniger Verwirrung gesorgt. Das Vorblitzen in diesem Modus dient zum einen der Konfiguration der Slave-Blitzgeräte und zur Bestimmung der erforderlichen Blitzlichtleistung … natürlich wieder im Sinne der optimalen Belichtung. Da die Positionen der einzelnen Blitzgeräte der Kameraelektronik nicht bekannt sind, sollte man sich zum besseren Verständnis vorstellen, dass die Blitzgerätegruppen nacheinander per Vorblitz abgefragt werden und das Ergebnis in die Blitzenergiebestimmung einfließt. Die Aussage ist aber bitte als sehr salopp einzustufen. ;)

Der Einsatz von Lichtformern mindert nicht die Blitzenergie … vorausgesetzt sie wird nicht geändert. Vielmehr ändert sich das Abstrahlverhalten, oft gekoppelt mit einer größeren Lichtaustrittsöffnung und diffuser Ausleuchtung. Je nachdem wie viel i-TTL ohne Lichtformer an Blitzenergie zur Ausleuchtung beigetragen hat, kann der “höhere” Lichtbedarf für dieselbe Belichtung so hoch sein, dass bei weitem nicht das gleiche Belichtungsergebnis erreicht wird. Auch hier zählen wieder die Ausgangsbedingungen und das eigentliche Ansinnen, mit Lichtformern das Blitzlicht zu manipulieren. Dies geht mit Veränderungen der Ausleuchtung und Belichtung zwangsläufig einher. In der Regel signalisiert das Blitzgerät beziehungsweise die Kamera den zusätzlichen Lichtbedarf (Warnung einer möglichen Unterbelichtung). An der Stelle hilft dann nur die Anpassung der Kameraeinstellung weiter.

i-TTL und kreative Lichtgestaltung

Foto: 2009 Ronald Puhle

FP-Kurzzeitsynchronisation
Hier wird oft vom Nachteil der einbrechenden Blitzlichtleistung gesprochen. Analog der Matrixmessung muss man festhalten: Hält sich der Fotograf an die Vorgaben des Kameraherstellers (große Blende, viel Licht und extrem kurze Belichtungszeiten) kommt es nicht zu dem “Leistungsabfall”. Warum nicht? Man darf den Ablauf nicht mit dem klassischen Blitzen bei voll geöffneten Kameraverschluss vergleichen. Nehmen wir an, in diesem Modus wäre für die optimale Belichtung eine Blitzenergie von 10 Joule erforderlich. Dann wird sie in einem Blitzlichtimpuls abgegeben. Bei der FP-Kurzzeitsynchronisation würde sie stattdessen zum Beispiel auf 5 Blitze a 2 Joule oder 10 Blitze a 1 Joule verteilt werden. Einfach formuliert: Die Summe der Blitzenergie über die Zeit ist entscheidend. Natürlich kommen noch ein paar Blitze hinzu. Denn die FP-Kurzzeitsynchronisation beginnt vor dem Öffnen des Kameraverschlusses und endet erst nach dem vollständigen Schließen. Und genau hierin liegt das Kräftezehrende.

Wie wir die 3D-Color-Matrixmessung für unsere Zwecke bei der Belichtungsmessung “missbrauchen”, tun dies andere Fotografen mit der FP-Kurzzeitsynchronisation. Hintergrund ist das “Einfrieren” schnell ablaufender Vorgänge unter eher ungünstigen Lichtbedingungen. Daran ist nichts auszusetzen … nur muss man sich wieder der Arbeitsweise bewusst sein und dementsprechend reagieren. In dem Fall heisst es zum Beispiel einen kürzeren Abstand zum Vordergrundmotiv wählen oder die Empfindlichkeit erhöhen.

Portrait in manueller Blitzsteuerung

Foto: 2009 Ronald Puhle

Zusammenfassung
Obwohl im Hintergrund mehrere Nikon-Fotografen und ihre Erfahrungen in das Buch eingeflossen sind, kommen immer wieder neue Sichtweisen hinzu. Den einen oder anderen Aspekt hätten wir so konkret benannt zusätzlich ausarbeiten können. Es ist aber müßig im Nachgang darüber zu philosophieren. Wenn es konkrete Fragen und Anregungen gibt, stehen wir auch weiterhin Rede und Antwort. Vielleicht folgt bald das nächste Update. Bis dahin wünsche ich den Lesern den Mut zum kreativen Spiel und das eine oder andere Soll, Muss oder Darf ganz bewusst beiseite zu lassen … ;)