Thursday, September 09, 2010 05:50

Posts Tagged ‘studio’

Putschversuch

Dienstag, September 7th, 2010

Eigentlich sollte vor dem Ausbruch eines “Putsch” klar sein, gegen was er sich mit Gewalt auflehnt und wie man mit selbiger das vom Thron gestossene Alte zukünftig ändern wird. Zur Zeit befinde ich mich in dieser Orientierungsphase und versuche die Dinge zu definieren.

Meine “Waffe” ist das Wort und Bild und mit ihnen übe ich die Gewalt aus. Beide stellen mich vor das Problem, sie richtig und wohl dosiert anzuwenden. Es geht nicht darum Leid anzurichten, sondern Ohr, Augen und den Geist zu öffnen.

Die Instrumente Wort und Bild zeigen mir viele Parallelen auf. Sie sollten eigentlich den Lesenden und Betrachtenden als Inspirationsquelle dienen und Kraft seines eigenen Denkkasten zu eigenen Schlussfolgerungen anregen.

Und schon stehe vor dem ersten Problem … zumindest bei meinen Texten: Der Leser möchte, für meinen Geschmack, zu oft nicht selbst Nachdenken und seine eigenen Schlüsse ziehen. Er möchte beinahe ausnahmslos konsumieren. Ich habe den Eindruck, er erwartet von mir die Weltformel, die ihm fortan und am besten zum allseitigen Nulltarif alles erklärt.

Im Wort habe ich keine Lösung gegen dieses Symptom gefunden. In Bildern gelingt es mir und mit meinen eigenen Augen betrachtet wohl besser. Ich belichte lang und mehrfach, bewege die Kamera oder lasse mein Objekt arbeiten und ändere die Brennweite und Belichtungszeit. Herauskommt ein “Chaos auf den ersten Blick”. Ich nötige zum zweiten Blick.

Ich steigere meine Gewalt und “entwickle” die Digitalvorlage so, dass Details am Mainstream-Bildschirm verschwinden: Weiße Flächen, wo mit etwas Aufwand doch noch Tonung und Linien darin stecken. Dem (interessierten und aufnahmefähigen) Betrachter sollte es Wert sein, sich Zeit zu nehmen und zu sehen …

Irgendwie klingt alles nach gequirltem Dünnpfiff … nach einem postpubertären Bockanfall eines Mannes, der nicht sein Lieblingsspielzeug bekommt oder chronisch untervögelt ist … :evil:

Mehrfachbelichteter Akt einer liegenden Frau

Foto: 2010 Ronald Puhle

Nachtrag 07. September 2010
Der Artikel entstand vor drei Tagen. Ein Bauchgefühl trieb mich an, irgendwie mein jetziges Tun “zu rechtfertigen”. Heute morgen entdeckte ich einen Artikel aus dem Jahre 2006 über den Freitod des deutschen Fotografen Wilfried Bauer. Ohne einen beklemmenden Seelenstrip hinzulegen, entdecke ich einige Parallelen, was mich an den zahlreichen Könnern und der lammfromm folgenden Masse anstinkt … :evil:

War es nicht vorher möglich in der breiten Masse über die “Umstände” zu debattieren und damit vielleicht das Leben EINES Menschen zu retten? Oder lohnt es sich nicht mehr, ernsthaft über EINEN Einzelnen zu reden, weil er eventuell nicht der Einzige ist? Hat das Tun von Wilfried Bauer ansatzweise eine Diskussion über das “Masse einlullen” angeregt oder gar ein Umdenken bewirkt? Lieber nicht: Im Herdentrieb ist es bequem und widerstandsfrei zu sagen, der “Eigenbrötler” hat den “Zeitgeist” verpennt und war einfach nur depressiv … :evil:

Reloaded

Samstag, Juli 17th, 2010

Es gehört zu den offenen Geheimnissen, dass mir das Knipsen im Fotostudio nicht sonderlich gefällt. Ich brauche etwas drum herum … quasi ein wenig Beiwerk für die Geschichte “Foto”. Deshalb habe ich mich nach drei Jahren entschlossen, mein Engagement im bisherigen Atelier & Galerie Flackerlight aufzugeben.

Es wird ein neues … neudeutsch … ein “Flackerlight reloaded” geben. Soviel ist erst einmal sicher. Wie es genau aussieht, weiss ich heute noch nicht. Meine Gedanken sind für den erfolgreichen Fortbestand der Idee “Flackerlight” nicht ganz bei der Sache. Auf alle Fälle gönne ich mir im “wieder aufgeladenen” Atelier auch eine Rückzugsmöglichkeit als Tippse … :)

Nackte auf dem Tisch

Foto: 2007 Ronald Puhle

Wenn es irgendetwas in Richtung fotografischen Aufzeichnungsraum geben wird, dann soll es so etwas wie auf dem Foto aus dem Jahre 2007 sein … ein “bewohntes” Zimmer mit vielfältigen Knipsgelegenheiten. :D

Imagepflege

Donnerstag, April 15th, 2010

Mir ist aufgefallen, dass die letzten Beiträge visuell anständig ausgefallen sind. Dem möchte muss ich entgegenwirken und werfe heute einfach mal ein Nackig-Bild ein. Immerhin gilt es einen Ruf zu verlieren … :)

Yvonne im Spotlicht

Foto: 2010 Ronald Puhle

Spaß beiseite, Ernst komm raus: Seit Ende März schreibe ich am vierten Buch. Bisher war es mehr Krampf als Kampf. Im Kopf bin ich zwar auf die neue Herausforderung fixiert, dennoch herrscht Chaos. Also habe ich mir “Ruhe” und Ablenkung verordnet. Das lässt sich natürlich nicht einhalten. Dem Wunsch, mich in ein einsames Landhaus zu verfrachten und wohl überlegt ans Tippen zu gehen, widerspricht der Alltag. Und so hat es drei Wochen gedauert, bis halbwegs Ordnung und eine sichtbare Linie im Denkkasten eingezogen ist. Derart positiv eingestellt fallen meine Blog-und Nackig-Knips-Aktivitäten hinten runter. Für das nächste Vierteljahr lautet die Parole: Alle Kraft der Nummer Vier … ;)

Ich bin wieder hier …

Sonntag, März 21st, 2010

Keine drei Wochen ist es her, dass ich mich ausgelaugt, gelangweilt und hochgradig frustriert von einer Fotosession im Studio in den heimatlichen Betonpalast zurückgezogen habe. In der zurückliegenden Zeit kam es nur zum gelegentlichen Anfallsbeknipsen.

Vor ein paar Wochen hatte ich ein Fotoshooting mit einer Ex-Schwangeren vereinbart. Wir hatten bereits kurz nach der Geburt erste Aufnahmen mit dem Neugeborenen gemacht. Und so markierte der gestrige Tag das Ende einer schöpferischen Pause … :D

Zoe

Foto: 2010 Ronald Puhle

Der kleine Prinz

Mittwoch, März 3rd, 2010

Manchmal bedarf es ein paar Anläufe, bis scheinbar angeschobene Dinge solch eine Eigenenergie entwickeln, dass sie quasi von selbst ins Rollen kommen. Ursprünglich als Schwangerschaftsshooting angedacht, gingen Wochen und Monate ins Land. Dummerweise lief bei mir der Umzug und die Planungen am alten Campus auf Hochtouren. Und wer schon einmal als “Firma” umgezogen ist der weiß, dass Logistik nichts mit Logik zu tun hat.

Dummerweise interessiert ein Fetus solche Dinge nicht und hat deshalb die dumme Angewohnheit, nicht beliebig lang im Mutterleib zu verweilen. So kam Tag X, ab dem ein Schwangerschaftsshooting ad acta gelegt war. Doch was lange währt, wird auf eine bestimmte Art gut: Ende Februar kam es “ersatzweise” zu einem Baby-Shooting … und nicht die schwangere Mutter sondern der kleine Prinz ist der Hauptakteur.

Alexander

Baby-Fotoshooting

Lachendes Baby

Baby Alexander "Der kleine Prinz" mit Mutter Mandy

Fotos: 2010 Ronald Puhle

Auf ihrem Blog hat Mandy (Schokoladenschaf) ihre eigenen Gedanken zum Aufeinandertreffen niedergeschrieben. Für mich besonders auffällig ist, dass sie vom Herrn Puhle spricht. In der Regel bin ich mit meinen Modellen nebst jungen Müttern per Du … sie müssen mich nicht siezen oder so! Zum Künstler und ähnlichen Äußerungen sage ich nur soviel: Schuster bleib bei deinen Leisten … und danach bin und bleibe ich ein Knipser! ;)