Thursday, September 09, 2010 06:21

Posts Tagged ‘sitzend’

Selbstportrait nach Kampffusselart

Mittwoch, Februar 17th, 2010

Die an mich herangetragene Bitte “Ich brauche ein Foto von dir …” ist schwer zu erfüllen. Was es von mir an Bildern in Papierform gibt, ist steinalt und entspricht schon lange nicht mehr der Realität. Mittlerweile könnte ich zwei schlanke Ronalds aus mir schnitzen. Ein schwerer Kopf braucht eben halt ein solides Fundament! ;)

Da ich mein Äußeres für gewöhnungsbedürftig halte, ziehe ich es deshalb aktuell vor, eine abstrakte Zeichnung als Profilbild zu verwenden. Und wenn ich mich vor die Kamera locken lasse, dann müssen es eben Fotos sein, die meinem (un)angenehmen Aussehen Rechnung tragen. Über die Jahre habe ich mich eben meinen Modellen angepasst. Was mir von denen eingetrichtert wird, wie dick, alt und hässlich man beziehungsweise Frau sich fühlt, muss einfach abfärben.

Zum Beweis meiner Selbsteinschätzung und quasi als leuchtendes Beispiel für zukünftige Modelle, habe ich bei einem der letzten Studio-Shootings die Gelegenheit beim Schopf gepackt und ein Selbstportrait mit Modell erknipst … :evil:

Selbstportrait mit Modell

Foto: 2010 Ronald Puhle

Falls der Leser beziehungsweise die Leserin … ich möchte ja einen genderkonformen Blog führen … mich nicht erkennen sollte: Ich bin der dunkle Fleck am rechten Rand des Spiegelbilds. Ich habe es ja gesagt: Es gibt nicht viel Gutes zu sehen. Dennoch ergreift mich ein gewisser Stolz beim Betrachten des Fotos. Immerhin ist mir endlich gelungen, ein Knipser-Selbstportrait mit einseitig auseiternder Kamera hinzubekommen. Bisher habe ich mich dagegen gewehrt und alles versucht, der fotografentypischen Selbstinszenierung zu entkommen. Früher oder später muss sich aber jeder, der irgendwas auf sich hält, auf dieses wunderbar geniale Stilmittel zurückgreifen. Es wirkt hochgradig dynamisch, wahnsinnig kreativ und treibt die Eigenwerbung unbändig voran. Dagegen wirkt das eigentlich von mir gewollte Foto wie Peanuts … ;)

Spiegelbild

Foto: 2010 Ronald Puhle

Das “erotische Überraschung”-Fotoshooting
Modelle für meine Projekte gesucht
Das “Wir bekommen ein Baby”-Fotoshooting

Ausgelaugt

Donnerstag, Januar 28th, 2010

Wer kennt es nicht: Trotz 1 1/2 Liter Kaffee kommt Mann oder Frau einfach nicht in die Gänge. Egal ob die vorherige Nacht kurz war oder eine stressige Woche hinter mir liegt, vorhersehen kann ich so etwas nicht. Und so schleppe ich mich in solchen Fällen völlig ausgelaugt, eher lustlos und demotiviert zum lange vorher verabredeten Fototermin. Immerhin habe ich Dank einer 45 minütigen S-Bahn-Fahrt die Möglichkeit, mich selbst aus dem Motivationstief zu hieven.

Den Modellen geht es da nicht viel anders. Und so kann es vorkommen, dass die vor wenigen Stunden beendete Party ihre Spur in Form bestens ausgebildeter Augenringe hinterlässt. Wenn wie im Fall Helena das Kind krankt, sieht es nicht viel anders aus. Dennoch möchte ich in so einem Fall nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Mit etwas Ruhe, einer extragroßen Portion Geduld und einem anschließenden Essen beim Italiener lassen sich doch noch gute Ergebnisse erzielen … :)

Frau in Dessous in Schwarzweiss

Foto: 2010 Ronald Puhle

Werbung in eigener Sache
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Überraschung per SMS

Donnerstag, Dezember 17th, 2009

Ein Großteil meiner Modelle tauchen auf … und sind gleich wieder weg. Das gilt insbesondere dann, wenn sie lediglich von sich eine Fotoserie als Erinnerung oder Fotokalender haben wollen. Daran ist nichts auszusetzen, wenn unsere gemeinsame Absprache so lautet. In manchen Fällen ist es wirklich schade. Aus eigenem Antrieb entwickeln die Damen und Herren Fähigkeiten, an denen es “professionellen Möchtegern-Modellen” in den zahlreichen Modelkarteien oftmals fehlt. Und so bin ich bemüht, zu guten Modellen möglichst lange Kontakt zu halten.

Reine “Auftragsarbeiten” für eine Fotoserie lohnen sich für mich in nur wenigen Fällen. Ich verbringe mehr Zeit mit der Fahrerei, dem Shooting und der Nachbereitung als man glauben mag. Finanziell betrachtet wäre ich schon mehrfach in die Insolvenz gegangen. Es gibt Ausnahmen von der Regel … egal ob es sich um Geld oder leckere Schokolade handelt. Bei Jenen möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. :D

Ansonsten bin ich am überlegen, Shootings, die ausschließlich privaten Zwecken dienen und ich das Bildmaterial nicht für meine Zwecke verwenden kann, nicht mehr anzunehmen. Für mich rechnet sich der zeitliche wie finanzielle Aufwand nur dann, wenn ich die besten Fotos für meine Nebentätigkeit als Artikel- und Buchtippse benutze. Das heisst aber auch, ich möchte zu einem gewissen Prozentsatz auch meine Ideen umsetzen dürfen.

Ein für mich gutes Modell war jene Nadja, die sich vor ca. einem Jahr bei mir meldete. Nach dem Shooting hatten wir uns nur noch kurz gesehen. Ich übergab ihr den Fotokalender und ein paar Abzüge. Damals war das dritte Buchprojekt bereits aktuell und wollte deshalb mit ihr später ein paar Serien aufnehmen. Ihre Bereitschaft war da … doch plötzlich herrschte Funkstille. Vor ein paar Tagen meldete sie sich dann per SMS bei mir.

Akt auf dem Stuhl

Foto: 2008 Ronald Puhle

Ich war mehr als überrascht … hatte ich sie doch als potentielles Modell abgeschrieben. Wie sich später herausstellte, war das zurückliegende Jahr für sie sehr stressig verlaufen und es galt ein paar Dinge zu klären. Da es mir vor ein paar Jahren ähnlich erging, hatte ich für ihre Situation volles Verständnis. Es gibt eben Wichtigeres im Leben als Fotografieren, wovon ich ein Lied singen kann … :(

Nun ich könnte ich die Angelegenheit dabei bewenden lassen, wären die Aufnahmen nicht zu einer für mich kritischen Zeit entstanden. Da waren noch die Nachwehen privater Probleme und vor allem das kreative Loch nach zwei Büchern. Und so schäme ich mich heute eher für die damaligen Aufnahmen, die einfach nur schlecht sind.

Ich werde sehen, ob sich in den nächsten Wochen oder Monaten eine Chance auf Revanche ergibt … ;)

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Der Schuldige ist ausgemacht!

Mittwoch, September 30th, 2009

Ein paar Artikel vorher hatte ich darüber philosophiert, dass mir ein Foto warum auch immer nicht so recht gefallen mag. Mit unterschiedlichen Beschnitten habe ich versucht, dem “Problem” Herr zu werden. Eine verkorkste Aufnahme wird damit zwar nicht besser, aber die Bildgestaltung lässt sich schon noch nachhaltig beeinflussen. Vielleicht auch die Wirkung auf mich und den Betrachter?

Am Samstag hatte mich die Wut gepackt und ich nahm mir die Aufnahme noch einmal vor. Wie ein Geistesblitz durchzuckte es mich: Das Foto müsste wie mit einer Holga aufgenommen aussehen. Es sollte wunderschöne Randabschattungen und ein Unschärfeverlauf nach Aussen zu sehen sein. Aber was macht meine charakterlose Perfektionisten-Knipse? Gnadenlos scharfe und nahezu abbildungsfehlerfreie Fotos.

Akt einer Sitzenden

Foto: 2009 Ronald Puhle

Ich hätte mich natürlich hinsetzen können und mit Photoshop den Holga-Style nachempfinden können. Entsprechende Aktionen inklusive Farbverschiebungen bietet das Internet ja an. Aber Erstens bin ich dazu zu faul und Zweitens soll diese widerliche Perfektion ruhig zu sehen sein. Lediglich zur Simulation einer Kreuzentwicklung konnte ich mich hinreissen lassen. Aber: Mit dem gefundenen Schuldigen möchte ich nicht meine eher mäßige Leistung entschuldigen … :D

Nachtrag

Freitag, September 25th, 2009

Gestern hatte ich mich zu einem Foto ausgelassen, worüber ich nicht so glücklich bin. Obwohl sich gestern im Zusammenhang mit dem aktuellen Buchprojekt die Ereignisse etwas überschlagen haben, fand ich dennoch Zeit, mich den damaligen Aufnahmen noch einmal zuzuwenden. Letztendlich fiel meine Wahl aus diese beiden Fotos. Ob ich mit ihnen etwas glücklicher bin, kann ich zur Zeit nicht sagen. Manchmal bin ich eben auch zu unentschlossen … :)

Yvonne aus Berlin

Akt mit Yvonne in Schwarzweiss

Fotos: 2009 Ronald Puhle