Thursday, September 09, 2010 06:17

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Buch-Tipp: Kreative Fotografie-52 Wochenendprojekte

Montag, Januar 11th, 2010

Wozu oder wofür kaufe ich mir eigentlich ein Kochbuch? Naheliegend ist, die Rezepte einfach nur nachzukochen. Doch was mache ich, wenn Porree, Melonen oder Kohlrouladen in den Gerichten vorkommen? Weil mir allein schon vom Geruch schlecht wird, ist das Rezeptbuch schlecht oder für mich sogar ungeeignet? Ähnlich sieht es mit jenen Kochvorschlägen aus, die ich selbst kenne und aus dem Effeff beherrsche. Ich betrachte “Kochbücher” aller Art als Wissenserweiterung und Ideengeber. Es liegt an mir, einen Extrakt herauszulesen und ihn zukünftig nach meinem Gusto anzuwenden.

Mit derselben Einstellung habe ich mich für den Kauf von Chris Gatcums „Kreative Fotografie – 52 Wochenendprojekte“ entschieden. Schon beim ersten flüchtigen Durchblättern fallen wir Themen auf, die ich selbst bereits praktiziere oder, wie zum Beispiel die digitale Lochkamera, dabei bin, für mich zu entdecken. In dem speziellen Fall betrachte ich das Buch eben als Wissenserweiterung und weiß mittlerweile auch, wie viel Arbeit, Glück und handwerkliches Geschick im Stechen einer Lochblende steckt.

Andere Themen, wie zum Beispiel die Modellwelt und das umgekehrte Objektiv, kenne ich nur vom Hörensagen oder aus den Workshops im Fotoklub. Es ist fraglich, ob ich mich jemals einem der vorgestellten Projekte zuwenden werden. Ist das der Fall wird mit Sicherheit das Buch an der Stelle ein guter Ratgeber sein. Meine Favoriten sind jene Projekte, die sich dem Lichtformen annehmen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie einfach und dennoch effektvoll Lösungen im Eigenbau sein können. Zur digitalen Fotografie gehört auch die Bildbearbeitung. Sie ist und bleibt das Entwicklungslabor, um das ich Filmfotografen beneide. Denn in beiden Varianten, analog und digital, steckt ebenfalls kreatives Potential.

Fazit
Ich bin dem Perfektionsdrang der digitalen Fotografie überdrüssig und möchte bewusst andere Fotos machen. Kreative Spielereien aller Art sollen nicht der Effekthascherei dienen, sondern ein Ausdrucksmittel meiner Fotografie werden. Hierzu habe ich in diesem Titel einige Anregungen gefunden. Neben allgemeinen Beschreibungen bietet der Autor auch schrittweise Hilfe bei der Umsetzung an. Alles andere liegt in der Hand beziehungsweise dem Auge des Lesers.

Sie interessieren sich für das Buch, wollen es käuflich erwerben und möchten die Mausmalerei unterstützen? Dann verwenden Sie bitte diesem Link Kreative Fotografie: 52 Wochenendprojekte. Vielen Dank!

Rezension von Ronald Puhle

Kreative Fotografie – 52 Wochenendprojekte
Seiten: 164
Verlag: Markt und Technik
ISBN-10: 3827244706
ISBN-13: 978-3827244703
Preis: 29,95 Euro

Mehr Information finden Sie auf der Webseite des Verlags … weiter

Nikon Systemblitz-Technik – Outtakes

Dienstag, Dezember 22nd, 2009

Im Nachwort zum Buch Nikon Systemblitz-Technik habe ich geschrieben, dass wir einige Fotoserien mehrfach wiederholen mussten. Oft war es so, dass einzelne Aufnahmen in unseren Augen zwar gut waren, aber in der Summe ein paar Ausreisser darunter waren. So auch zum Rezept “Mit dem Blitz durch Glas fotografieren”. Obwohl das nachfolgende Foto frontal mit der Nikon D60 und Blitzlicht aufgenommen ist und die Blitzlichtspuren deutlich zu erkennen sind, fasziniert mich das Portrait von Carina dennoch.

Aufnahme zum Rezept: Mit Blitzlicht durch Glas fotografieren

Foto: 2009 Ronald Puhle

Bisher war die Reaktion auf mein drittes Buch überwiegend positiv. Insbesondere die Rezension bei fotoburschen.de hat mich sehr angenehm berührt. Sie gibt genau das wieder, was mein beziehungsweise unser Ansinnen beim Schreiben des Buches war. Ich muss zugeben, dass es von Anfang an mein Ziel war, die Blitzlichtfotografie zwar bezogen auf Nikon und i-TTL zuschreiben, die Umsetzung aber so zu wählen, dass das Buch auch im Zusammenhang mit anderen Kameraherstellern genutzt werden kann.

Dagegen wirken Rezensionen auf mich befremdlich, die den Inhalt offensichtlich nur halbherzig und mit einem höheren Wissensstand gelesen haben. Schon im Vorwort gebe ich zum Besten, dass das Buch sich an Einsteiger in Sachen Blitzlichtfotografie wendet und primär praxisorientiert angelegt ist. So fällt es mir schwer, den Ausführungen was dem Leser im Buch fehlt, zu folgen.

Nikon bietet in der Matrixmessung verschiedene Modi an. Außerdem passt die Kamera selbsttätig die Belichtungsmessung von “Oben nach Unten” an. Meist ist das vom verwendeten Objektiv abhängig. So sind zwar die Anmerkungen an sich nicht verkehrt, doch wären hier Hinweise zu den Randbedingungen erforderlich. Um nicht unnötige Fallbeispiele zu konstruieren und dabei andere Möglichkeiten nicht in Betracht zu ziehen, liegt mein Fokus in der Beschreibung der Bausteine und ihrer Wirkung.

Auch in dem Fall erfolgt der Hinweis im Buch, dass der Leser nach seinem eigenen Gusto entscheiden muss, wo er die Priorität setzt. Ein Buch soll Denkansätze liefern, die Entscheidung muss der Fotograf Vorort selbst treffen. Wenn mich nicht alles täuscht, dann beginnt die Einführung in die Rezeptsammlung damit. Mein Gusto ist es, Wert auf die Lichter zu legen. Ich mag keine ausgefransten Wolken. Deshalb ziehe ich die Matrixmessung vor und lasse die Kamera je nach angesetztem Objektiv entscheiden, welcher Modus zum Einsatz kommt. “Absackende” Tiefen aufgrund des eingeschränkten Dynamikumfangs der Kamera fange ich im D-Lighting (NEF und Nikon Capture NX2) oder im Pseudo-HDR (DNG und Photomatix) auf.

Das Ganze lässt sich beliebig fortführen … gerade auf dem Sektor Kurzzeitsynchronisation. Die herausragende Leistung ist es, dass diese Betriebsart im Gegensatz zu früher in der i-TTL beziehungsweise im Aufhellen (i-TTL/BL) betrieben werden kann. Mit dem Aufkommen der Technik stand oft nur die manuelle Blitzsteuerung zur Verfügung. Doch heute wird die erforderliche Blitzleistung quasi als Summe der “Einzelblitzenergien” abgefeuert. Worin liegt da der Nachteil, wenn so Belichtungszeiten bis zu 1/8000 Sekunde möglich sind?

Sei es drum … ich glaube, so viele Details hätte ein Einsteigerbuch nicht verkraftet. Egal welche Klimmzüge die Elektronik anstellt, in erster Linie werden bessere Blitzlichtaufnahmen über die klassischen Belichtungseinstellungen Blende, Belichtungszeit und Empflindlichkeit gemacht. Alles andere wie die Wahl der Belichtungsmessung oder der Einsatz von Lichtformern sind Zutaten und Gewürze bis in einen Grenzbereich hinein, der sich aufgrund der Produktvielfalt sowie Kamera- und Blitzgeräteklassen ohnehin x-beliebig verschieben lässt. Und genau das Thema war eigentlich der Knackpunkt an dem Buch: Wie können wir möglichst vielen Lesern mit einer Nikon-Kamera und Blitzgerät weiterhelfen. Die genauen Details kann und muss der Leser auch weiterhin seinen Handbüchern entnehmen … :)

Feedback einer Nacht

Montag, Dezember 14th, 2009

Die Woche fängt wirklich gut an: Doug Wade hat sich in seinem Blog zu meinen Lichtmalereien geäußert. Seine Light Paintings mit Maria gaben mir unter anderem den Input, meine “Schaffenskrise” nach drei Buchprojekten in zwei Jahren zu überwinden. An der Stelle möchte ich auch nicht verheimlichen, dass der Traumtanz von Tilla Pe so etwas wie die Basis gelegt hat.

Mein Englisch ist nicht so prall, dennoch glaube ich herauszulesen, dass seine Kritik durchaus positiv ist. Nachdem meine Lichtmalereien online zu sehen waren, hatte ich Doug einfach angeschrieben und ihm von meinen Ansätzen berichtet. “Normalerweise” sind die Reaktionen anderer Fotografen eher verhalten … oder sie bezichtigen einen des Plagiats. Doch in seiner Antwort gab es ein kurzes, aber positives Feedback. Ich glaube, aus Sicht des Motivs gibt es nicht viel neues, was der Fotograf mit seiner Kamera festhalten kann. Das Neue oder Andere liegt einfach in der Sichtweise: Wie vermischt er oder sie die Zutaten Licht, Modell und Kameraeinstellungen.

Für die nächste morgendliche Überraschung am Montag sorgte Michael K. Trout. In einem Kommentar zu den Lichtmalereien stellt er für mich interessante Fragen, unter anderem: Liegt es vielleicht daran, daß einmal eine emotionale Brücke geschaffen wurde und dann wieder der Techniker spricht? Bis zu dem Moment war es mir nicht so bewusst, doch er hat damit genau den “wunden” Punkt getroffen, der in mir zur Zeit abgeht. Die Aufnahmen mit Franziska waren für mich ein unbekümmertes Aufspielen. In den beiden Serien mit Amira und Marco überwiegt gedanklich wie emotional der Techniker in mir.

Meine Äußerungen mögen banal und Michaels Ausführungen “abgefahren” klingen. Für mich kamen sie genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn ja, ich habe mich nach den Aufnahmen zu sehr mit der Technik verzettelt und weniger meine Emotionen sprechen lassen. Sicherlich sind die Aufnahmen für mich damit nicht weniger wertvoll. Vielmehr betrachte ich sie als einen Entwicklungsschritt, den ich zur Zeit aktiv und vor allem bewusst erlebe. An der Stelle möchte ich ebenfalls erwähnen, dass der Blog von Michael K. Trout für mich zur Zeit ein wichtiger virtueller Anlaufpunkt ist. Seine Kleine Fotoschule bestätigt nicht nur eigene Erfahrungen, sie liefert mir genauso neue … andere Denkansätze.

Um vielleicht etwas besser zu beschreiben, worum es mir im Inneren geht und was mir an der Mainstream-Fotografie fehlt, möchte ich eine Brücke zum “Perfekten Belichtungsbuch” eines englischen Buchautors schlagen. Ich wollte in diesem Blog eine Rezension darüber schreiben. Doch ich habe damit meine Probleme. Aus technischer Sicht gibt es nichts an dem Titel auszusetzen. Was mir darin fehlt ist der Leitfaden, wie der Leser die Erkenntnisse eher intuitiv in bessere Ergebnisse umsetzt. Oder ketzerisch gefragt: Wie kann das “perfekt” belichtete Foto die bessere Aufnahme sein?

Beim Lesen des Buches habe ich den Eindruck, dass allein das Histogramm der Schlüssel zum Erfolg ist. Aus meiner bescheidenen Sicht halte ich den Ansatz für falsch. Der Fotograf sollte den von ihm anvisierten Ausschnitt so interpretieren, wie er ihn sieht und als Stimmung zum Betrachter transportieren möchte. Das hat nichts mit Perfektion zu tun, sondern ist für mich eine mentale Einstellungsfrage. Und genau an der versuche ich mich derzeit daran zu arbeiten … :D

Buch-Tipp: Fotoreportage Afghanistan Leben & Sehen

Montag, November 30th, 2009

Ich mag Bücher über die Fotografie, die nicht nur technische Details ausleuchten, sondern mir auch Geschichten zu den Aufnahmen selbst erzählen. Sie rücken Fotos für mich in ein neues, oftmals auch völlig anderes Licht. Am Ende sehe ich zwei Erzählungen: Die, die ich mir beim Betrachten selbst ausdenke und jene, die mir der Fotograf oder die Fotografin zu erzählen hat. In beiden liegt für mich die eigentliche Faszination der Fotografie.

Veronika Pičmanová wagt den Spagat Ihre Geschichte über das aktuelle Afghanistan in Wort, Bild und Technik zu erzählen. Den Mut zu diesem Experiment habe ich als Fotografie- und Lesesüchtiger der Autorin und dem Verlag dahingehend honoriert, mir den Titel zu kaufen. Es sind keine “lauten” Aufnahmen, die sich mir sofort auf dem ersten Blick erschließen. Ich muss und möchte verweilen, um die Mimik und Gestik der Portraitierten oder die Szene allgemein zu erfassen. Scheinbar Banales im Bild festgehalten, wird durch die Erläuterung der Autorin für mich zu einer neuen und schlüssigen Erkenntnis. Trotz aller Ernsthaftigkeit der militärischen Auseinandersetzung, die ich mit Afghanistan verbinde, kommt hier und da der für Fotografen typische Humor nicht zu kurz. So werde ich dieses Buch wohl immer mit dem Foto “Joggen bei Nacht” in Verbindung bringen.

Persönlich bin ich mir nicht sicher, ob der Brückenschlag zur Aufnahmetechnik wirklich erforderlich beziehungsweise ist. Sicherlich ist dieser Einblick für jene Leser hilfreich, die allein in der Kamera und dem Objektiv das Heil der Fotografie sehen. Unter den kriegerischen Bedingungen, wie wir sie tagtäglich in der Presse vor Augen geführt bekommen, muss es Einschränkungen geben, wie die Autorin auch gleich zu Anfang selbst schreibt. Außerdem handelt es sich um eine Fotoreportage und keinen Bildband. Perfektionismus ist an der Stelle einfach fehl am Platz. Umso mehr ziehe ich vor der Autorin meinen Hut, dieses etwas andere Buch geschrieben zu haben!

Fotoreportage

Fotoreportage: Afghanistan Leben & Sehen
Ungewöhnliche Bilder des Alltags, Widersprüche und Kontraste
Veronika Pičmanová
Verlag Addison-Wesley, München
ISBN: 978-3-8273-2843-4
272 Seiten
€ 39,95 [D]

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Ziel erreicht!?

Donnerstag, November 12th, 2009

Wenn ich mich hinsetze und etwas zu Papier bringe, dann versuche ich meine Erfahrungen mit oder über Etwas zu verarbeiten. Das gilt für Blogbeiträge genauso wie für meine Artikel oder Bücher. In der Beziehung bin ich zu 100% Egoist. Wenn ich dann das Ergebnis mit anderen Ausführungen zum selben Thema vergleiche, kommen mir meine fixierten Gedankengänge oftmals “anders” vor. Für mich tut sich in dem Moment ein Graben auf, der letztendlich in Selbstzweifeln endet, überhaupt das Richtige getan zu haben.

Um mich an den eigenen, zu meist kurzen Haaren aus den Sumpf zu ziehen, sammle ich krampfhaft alle mir als glaubhaft erscheinende Pluspunkte. Im Fall des Systemblitz-Buches waren es der rasche Verlagswechsel und das positiv verlaufene Fachlektorat. Seit Dienstag fühle ich mich jedoch nahezu zu 100% bestätigt. Auslöser ist ein Buch-Tipp auf fotoburschen.de.

Sicherlich ist positive Kritik immer leichter zu verarbeiten als ein verbales Niedermachen der eigenen Arbeit. Selbst wenn mir der Autor innerhalb des Artikels einen Rüffel erteilt hätte, wäre ich mit dem Rest dennoch zufrieden. Denn genau das, was er positiv an diesem Buch hervorhebt, war meine Idee … jene eigene Vision, die letztlich zum Bruch mit dem alten Verlag geführt hat.

Kurz bevor ich die Rezension entdeckt habe, schrieb ich an einem Interview für den Verlag Markt + Technik. Leider musste ich auf die Mitarbeit meiner Angetrauten verzichten. Sie lag zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus und konnte nicht ihre Gedanken einbringen. Für mich ist es insoweit kritisch, ist sie doch meine Muse und … das ist für mich weitaus wichtiger … mein Gewissen. Inhaltlich sind meine Äußerungen im Interview nahezu deckungsgleich mit der Rezension. Betont kritische Leser könnten deshalb auf den Gedanken kommen, dass beide Texte von ein und demselben Verfasser kommen. Dem ist nicht so: Bis dato kannte ich diese Webseite nicht.

Wenn ich die Fakten zusammenrechne, ist es uns offenbar gelungen, dass zumindest für einen Leser des Buches die Intension es zu schreiben aufgehangen ist. Ich hoffe, dass noch viele weitere folgen werden. Zumindest was das Ranking bei Amazon angeht, sieht es wohl nicht so schlecht aus. Am 19. 11. werde ich mich von 14 bis 15 Uhr bei Twitter den Fragen stellen. Ich bin gespannt auf die Resonanz und das Feedback der Leute. Aus diesem Anlass lobt der Verlag unter allen Teilnehmern fünf Bücher aus … :)