Thursday, September 09, 2010 05:41

Posts Tagged ‘meinung’

Nachlese zum Valentinstag

Montag, Februar 15th, 2010

In der mir gewohnten Art den qualifizierten Spätzünder zu mimen, gehe ich heute auf den gestrigen Tag der Liebenden … auch als Valentinstag bekannt … ein. Keine Angst, ich nörgle nicht am kommerziellen Hintergedanken herum. Im selben Atemzug könnte ich mich am Weihnachtsmann zu schaffen machen. Wobei: Die Idee ist so einfach wie genial, dass ich überlege den Knipsentag einzuführen. Und so geht er vonstatten: Jeder der freihändig eine Kamera halten kann beknipst seine Liebsten, pimpt das Meisterwerk am Computer bis zum Umfallen und druckt es auf teures Pseudo-Fotopapier. Am Knipsing-Day überreicht Mann oder Frau das Prachtstück und es bleibt solange auf dem Wohnzimmertisch stehen, bis es völlig verblichen ist. :evil:

Gut, ich kann es nicht lassen und muss einfach nachtreten. Ich möchte aber keine Ideale der Liebenden oder Weihnachtsmann-Gläubigen zerstören … WIRKLICH!!! Sei es drum, ohne den Gedanken der Rache in mir zu tragen, doch mit mir wird ja auch nicht anders umgegangen. Man könnte daraus fast ein Drama zu Papier bringen: “Kleine Tritte! Große Tritte!”. Zunächst nur als Film geplant, schließt sich eine Serie für das quotenträchtige Vorabendprogramm an. Und bevor sich der nächste große Tritt ankündigt, erschallt großes musikalisches Trara und Halali! Die Zuschauer müssen bei der Stange gehalten werden, auch wenn sich am nächsten Tag herausstellt, dass mir lediglich ein Popel in der Nase gewaltig quer lag.

Ich hasse solche und ähnlich gelagerte Konstrukte. Vor über zehn Jahren war ich der Mitbegründer einer Kinder-Webseite (sie existiert noch heute) und hatte die Aufgabe des Webmasters übernommen. Nachdem ein anderes Gründungsmitglied der Meinung war, einen von Erwachsenen kontrollierten Kinderchat anzulegen, musste ich passen. HTML, Java und wie das ganze Zeugs heisst ist nicht mein Ding. Also zog ich mich zurück, was dem Leithammel des Projekts missfiel. Um mich ganz aus dem Projekt zu kegeln, konstruierte er einen absurden Vorwurf: Mein Link zu dem Projekt und die Nackig-Fotografien suggerieren und unterstützen Kinderpornografie. Mir fiel bei der Denkweise fast die Kinnlade herunter und brach umgehend den Kontakt zum nunmehr Alleinherrscher ab.

Man sieht sich zweimal im Leben … sagt der Volksmund. Vor ein paar Jahren wurde besagter Mitmensch, der sich noch heute als alleiniger Gründer und Ideenlieferant feiern lässt, mit demselben Vorwurf konfrontiert. Das wieso und warum war mir egal. Es sollen Vorwürfe in der weltweiten Tratsche Internet laut geworden und sogar die Justiz eingeschaltet worden sein. Da das Projekt noch heute online ist und Mann sich noch heute feiern lässt, muss sich das Gerücht als verbales Irrkonstrukt herausgestellt haben. Vielleicht hat sich aber Besagter daran erinnert, dass er selbst mit diesen Mitteln agiert hat.

Am letzten Freitag war meine Meinung zu einer neuen Webseite gefragt. Ich gab sie gerne ab … in einem privaten Chat und ohne dass der Inhalt nach Außen ging. Sicherlich ist es schwierig negative Kritik zu verarbeiten, wenn ein paar Wochen Arbeit in solch einer Homepage stecken. Doch wenn mich Laufschriften nerven oder Inhalte Dank zu kleiner Schriften und nur bei voll entfalteten Browser zu lesen sind, dann kann ich ehrlicherweise nicht des Lobes verfallen. Genauso wenig lassen sich schlechte Fotos nicht durch Effekthaschereien aufwerten, sondern gehören in meinen Augen in den Sondermüll.

Egal ob bei Buchrezensionen oder Softwaretest: Ich gehe immer davon aus, dass die Macher sich irgendetwas dabei gedacht haben. Von der Warte aus respektiere ich den Schöpfungsprozess an sich. Wenn ich jedoch persönlich und privat um meine Meinung gebeten werde, lege ich dieses Level niedrig … es hört beziehungsweise liest kein anderer ausser der Fragende selbst. Daraus dann den Fall zu konstruieren, ich würde jemanden nur seelisch fertig machen wollen ist nicht nur absurd. Es ist für mich wieder ein Alarmzeichen, den Kontakt konsequent abzubrechen. Ich bin privat kein Heuchler, der dem lieben Frieden Willen sich in Süssholz raspeln ergibt. Und wenn ich meinen bescheidenen aber kleinen Ruf aufs Spiel setze, dann bitte in Eigeninitiative …

Zwei rote Tulpen

Foto: 2010 Ronald Puhle

Sicherlich verbucht jeder Mitmensch gerne positive Kritik für sich. Subjektive Meinungen a la Gefallen, Nichtgefallen, schön, hässlich und so weiter sind Argumente, deren Wichtungsfaktor nur für diejenigen von Interesse ist, der für die breite Masse produziert. Am Ende kann nur Durchschnitt und nichts individuelles dabei herauskommen. Wenn Kritik, egal ob positiv, negativ, konstruktiv oder destruktiv, nicht auf derselben Augenhöhe erfolgt, wird eine der beteiligten Seite immer das Gefühl der Unterlegenheit verspüren. Sie kann letztlich zu den oben beschriebenen Reaktionen führen.

Dem eventuellen Eindruck, ich sehe mich in den geschilderten Fällen als der “Überlegenere” an, möchte ich entschieden entgegen treten. In beiden Fällen sehe ich mich als Verlierer … im doppeldeutigen Sinn. Ich wurde gefragt, habe gesagt und verloren … zeitweise Mitstreiter, an denen gewisse Hoffnungen geknüpft waren beziehungsweise sind. Damit verliert mein Leben an einer gewissen Qualität … egal ob im Prozent- oder Promillebereich. Wer immer eine Frage stellt, sollte mit einer unbequemen Antwort rechnen. Und: Je mehr Gewicht eine Frage hat, umso schmerzlicher kann die Antwort ausfallen.

An der Stelle schließt sich für mich der Kreis zum Valentinstag. Die große Frage nach der Liebe zu einem anderen Menschen kann positiv wie negativ beschieden werden. Damit muss Mann und Frau rechnen. Und selbst wenn auf die Frage ein Ja folgt, heisst es noch lange nicht, dass die Liebe für ewig ist. Es kann der Tag kommen, wo man feststellt, dass sie irgendwo in der zurückliegenden Zeit liegen geblieben ist. Wieder stellst sich eine Frage, die vielleicht nichts Gutes in der Antwort trägt. Doch es kommt der Zeitpunkt, wo man sich auch ihr stellen muss …

Umfrage – Das iPhone als Foto- und Videokamera

Donnerstag, Februar 11th, 2010

Das iPhone ist nicht nur ein Mobilfunkgerät, Musik-Player und Organizer. Seine interne Kamera und vor allem die Vielfalt an Apps eröffnen dem Besitzer neue Möglichkeiten. Ohne Zuhilfenahme eines Rechners ist es möglich, Bilder aufzunehmen, am iPhone zu bearbeiten und die Ergebnisse anschließend im Internet zu verteilen.

Ich möchte deshalb eine Umfrage unter meinen Besuchern starten. Mich interessiert, welche Funktionen und Apps nutzt ihr in Sachen Fotografie und Video? Was würdet ihr euch in zukünftigen Generationen des iPhones wünschen? Welche Apps vermisst ihr? Nutzt ihr Erweiterungen wie Aufsatzobjektive oder Eigenkreationen, um die verwendete Optik aufzuwerten?

Unter allen Teilnehmern, die bis zum 26. 02. 2010 einen Kommentar oder mir per E-Mail schreiben, verlose ich ein Buch Nikon Systemblitz-Technik – Kreative Blitzlichtfotografie.* Ich freue mich auf eure Kommentare!

Umfrage - Welche Apps verwendet ihr am iPhone für Fotos und Video?

*: Die E-Mail-Adresse wird in der Kommentar-Funktion nicht veröffentlicht!

Motto, These oder Weisheit – Eine Blogparade

Mittwoch, November 4th, 2009

Auf Janasworld las ich von einer so genannten Blogparade. Dummie wie nur ich sein kann, fragte ich mich zunächst, weshalb und wofür die BloggerInnen marschieren? Viele schmeissen mit dem Begriff um sich, doch kaum einer erklärt Mister Unwissend, was hinter dem Gedanken steckt. Ohne Taschenrechner habe ich 1 und 1 zusammengezählt und mich entschieden, bei dieser Aktion mit zu marschieren.

Gibt es eine Weisheit, die Dir ganz besonders geholfen hat?
Ob sie nun wirklich hilfreich ist, kann ich nicht sagen. Vielmehr klingt “Wenn du dich auf jemanden verlässt, dann bist du verlassen” für mich eher resignierend. Freundschaft, Liebe oder Teamgeist sind für mich mittlerweile nur Floskeln, um auf kurzem Weg und Kosten anderer eigene Vorteile zu sichern.

Welche Worte haben bei Dir nachhaltigen Eindruck hinterlassen?
Meine Mutter meinte einmal, dass ich “über Leichen gehen würde“. Diese Worte haben mich zutiefst verletzt. Nicht nur, dass sie von der Frau stammen, die mich über neun Monate in ihrem Körper getragen hat. Obwohl ich mir viele … vielleicht zu viele … Gedanken über mein Leben mache, bin ich noch nie auf diesen Ansatz gekommen. Sicherlich entwickle ich in manchen Dingen einen gewissen Ehrgeiz, doch irgendwo muss das Ganze auch seine Grenzen haben. Ein Leben nehmen ist leicht. Wenn es sich als Irrtum herausstellt, kann ich es nicht wiedergeben.
Ich muss dazu sagen, dass ich seit Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter habe. Irgendwann habe ich mal erfahren, dass ich für sie ein “Unfall” war und verstehe deshalb sehr gut, weshalb meine Kindheit so verlief. Selbst als ich ihre Hilfe gebraucht habe, stand sie mir nicht bei. Schmerzlich, aber auch gut zu wissen …

Welches Motto, welche These oder welchen Rat hast Du verinnerlicht?
Es gibt keine Freiheit ohne Grenzen! … mehr kann und möchte ich dazu nicht sagen.

Gibt es einen Satz, den Du wieder und wieder beherzigst?
Man sollte die Dinge nicht nach ihrem Preis, sondern nach deren Wert beurteilen.” Warum? Meine persönliche Hasskappe ist die “Geiz ist geil”-Werbung eines Elektro-Großmarktes. Davon mal abgesehen, dass es sich bei den ausgelobten Schnäppchen eher um heisse Luft gehandelt hat, muss man sich kurz oder lang über die Konsequenzen solcher “Lebensphilosophien” im klaren sein. Wenn Produkte nur noch unter ihrem Wert verschachert werden, warum regen sich die Leute dann wiederum auf, dass ihre Arbeit nicht anständig bezahlt wird oder Jobs ins “billige” Ausland verlagert werden. Es gilt immer noch: actio et reactio!

Welche Gedanken sind oder waren hilfreich für Dich?
Es ist ein Ausspruch von Einstein: “Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.” Zwei aktuelle Beispiele: Weshalb konnte die FDP bei der letzten Bundestagswahl so viele Stimmen für sich verbuchen, obwohl es im Vorfeld mehr als klar war, dass die “Steuererleichterungen für den Bürger” unter den gegebenen Bedingungen nicht finanzierbar sind. Wo nichts ist, kann nichts verteilt werden. Es kann sich in der verfahrenen Situation nur noch etwas ändern, wenn das System umgekrempelt wird. Um Missverständnisse vorzubeugen: Es geht mir nicht um eine linke oder gar rechte “Revolution” und dergleichen. Es soll … es muss auch weiterhin Häuptlinge und Indianer geben. Doch ein blosses Umverteilen und unter dem Strich mir dann doch noch ein paar Euro mehr abzuknöpfen, kann auf Dauer nicht die Lösung sein.
Das zweite Beispiel ist die aktuelle Impfwut. Hier wird ein ganzes Land zum Testkaninchen für einen Impfstoff gemacht. Wenn sich eine gewisse Skepsis der Probanden einstellt, wird ein erwiesener Schweinegrippe-Toter medial aufgebauscht, dass die Lämmer vor Angst gleich zur Schlachtbank rennen. Ich bin gespannt, wie sich das Verhältnis H1N1- zu Impfstoff-Opfer verhält, wenn die Zahlen jemals veröffentlicht werden …

Generell vermeide ich vor dem Verfassen meiner Texte (Blog, Artikel oder Bücher) mir ähnlich gelagerte Ausführungen durchzulesen. Es bleiben zu viele “Wortfetzen” in meinem Hinterkopf hängen, die mich bewusst wie unbewusst beeinflussen. So habe ich Janas Antworten erst gelesen, nachdem mein Text fertig war. Ich empfand meine Kommentare als sehr “düster” und war deshalb kurz davor, den Text nicht zu veröffentlichen. Doch Jana stellte ähnliche Gedanken ihren Antworten voran.

Bis vor ein paar Jahren war ich der Meinung, mein Leben mit allen Höhen und Tiefen noch einmal leben zu wollen. Erst diese Erfahrungen haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Mittlerweile sehe ich es vollkommen anders. Dummerweise lässt sich die Zeit nicht mehr zurückdrehen und Dinge, die mir einst wichtig waren sind heute einfach über den Haufen geworfen … :(

… und Pinocchios Nase wächst mit jeder Lüge!

Dienstag, Februar 24th, 2009

Manchmal tue ich Dinge aus dem Bauch heraus, deren Konsequenzen ich nicht voll absehen kann. Mein Artikel “Wie verdiene ich viel Geld mit wenig Arbeit?” ist so ein Beispiel. Der Text entstand spontan und mit einer gehörigen Portion Wut in der Magengegend. Zuvor wurde bei mir mehrfach wegen Shootings etc. angefragt. Als ich mir erlaubte den Anfragenden die Kosten für die Studionutzung und Papierabzüge in Rechnung zu stellen, trat plötzliches Schweigen in die E-Mailkommunikation. Ich frage mich dann immer, was die Leute tun würden, wenn ich ihnen meine Arbeitszeit im Studio und später am Computer angerechnet hätte? Sicherlich hinge ich aus ihrer Sicht irgendwo am Baum.

Ich möchte nicht meine Hasskappe “Geiz ist geil” aufsetzen: Insofern die Leute arbeiten gehen, werden sie für ihren Job doch auch bezahlt. Sicherlich nicht fürstlich, aber den Wunsch hege ich in meiner Kostenplanung ja auch nicht. Vielleicht bin ich als Knipser auch nur so schlecht, dass ich besser Geld zahlen sollte, damit ich überhaupt andere Mitmenschen fotografieren darf. Sei es drum …

Doch zurück zum angesprochenen Artikel. Am Anfang kamen vereinzelte E-Mails mit “Erlebnisberichten”. Ihm folgten öffentliche Kommentare. Selbst per Telefon führte ich ein mehrminütiges Gespräch. Ohne meinem Suchbegriff des Monats vorzugreifen, wird Gerd-Maria Rüger und sein schnelleseinkommen.net die Charts auch im zweiten Monat anführen. Was mich an dem Feedback irritiert ist die Tatsache, wie leichtgläubig die Mitmenschen mit der gewebten Informationsflut umgehen.

Es ist kein Geheimnis, dass ich meinen Lebensunterhalt primär mit der Laboringenieursstelle an einer Berliner Hochschule verdienen muss. Trotz des zeitintensiven Nebenberuf als Schreiberling und Gelegenheitskamerahalter fällt hier nicht das Entgelt ab, eine Familie zu ernähren. Zwischen Verdienen und gerechter Bezahlung klafft eine große Lücke. Da geht es der Verkäuferin und dem studierten Journalisten nicht anders als mir: Willkommen im Zeitalter der modernen Sklaverei.

Was die Gläubigkeit an den Inhalten des Internets betrifft, bin ich durch unsere Studenten einiges gewohnt. Wikipedia ist das Wissen der jungen Leute und es hat immer Recht. Das hat die SED von sich genauso behauptet und ist mit der groben Fehleinschätzung sang- und klanglos eingegangen. Nichts gegen Wikipedia und anderen Wissensquellen im weltweiten Datennetz: Der Konsument darf sie nur nicht unreflektiert benutzen.

Wie manipulierbar die Masse Mensch und sein Wissen ist, hat eindrucksvoll und mit zweifelhaften Ruf das Dritte Reich gezeigt. Auch in der Neuzeit lassen sich die Menschen zu leicht das V für ein U vormachen. Nehmen wir den Irak-Krieg. Das Argument der Amerikaner und Britten ihn gegen den Willen des eigenen Volkes beginnen zu müssen, war ein Arsenal an ABC-Waffen in der Hand eines Diktators. Mit dem Wissen damals und heute ist lediglich der Diktator bestätigt. Dummerweise sass der aber auf einer Blase Erdöl.

Ein anderes Beispiel: RTL “deckte” vor Monaten in einer Reportage auf, wer die Großverdiener in der Milchkette sind. Dazu verfolgte ein Kamerateam den Weg vom Milchbauern bis zum Endverbraucher. Unter dem Strich klang es so, als mache der Handel den großen Reibach. Leider haben die Enthüllungsjournalisten etwas schlampig recherchiert. Denn die Milch, die der Kuh abgezapft wird, hat nichts mit dem Endprodukt im Kaufmannsladen zu tun. Dank Extraktionsverfahren entzieht man dem weißen Gold in der Molkerei Fett, dass sich mit etwas Wasser vermischt wunderbar für teure Nutzlos-Produkte mit rechts- und linksdrehenden Milchsäurebakterien verwursten lässt. Was im Polymerkarton landet, ist eigentlich nur noch ein Abfallprodukt. Wer ist in dieser Konstellation Abzocker und wer die Betrogenen?

In Zeiten der chronischen Kostenersparnis und mangelnden Bereitschaft, Leistungen und Produkte nicht nach Wert sondern Tiefpreisgarantie zu beziehen, darf man nichts anderes als das jetzige Chaos erwarten. Die deutsche Abwrackprämie soll der deutschen Automobilindustrie aus der ursprünglichen Immobilienkrise helfen. Allein hier habe ich schon meine Verständnisprobleme, das hat aber nichts zu sagen. Die staatlichen 2500 Euro werden offensichtlich dankbar angenommen und von den Händlern bereits in den Verkaufspreis eingerechnet, dennoch steht Opel auf der Kippe und die anderen Schrauber fahren Kurzarbeit. Dafür steigert Dacia (Rumänien) aufgrund der wachsenden Nachfrage nach umweltpolitisch suboptimalen Billigklitschen die Produktion. War nach “Wir hassen teuer” die Entwicklung nicht vorhersehbar?

Geld ist und war unter dem gemeinen Fussvolk immer knapp. Da sich am gesellschaftlichen Prinzip Häuptling und Indianer nie etwas ändern wird, gibt es wohl immer arm und reich. Was wir im Laufe der Jahre vergessen haben, ist die Moral und Verantwortung füreinander. Für eine funktionierende Gesellschaft, in der wir nunmal leben wollen, bedarf es nicht nur materieller Dinge. Genauso gefragt sind ideelle Werte. Von denen wird man zwar nicht satt, sie sind so etwas wie unser moralisches Gewissen, die Kirche für Materialisten eben.

Die Macher von schnelleseinkommen.net haben kein Gewissen. In einem System, das mehr oder minder vom Zufall abhängt, suggerieren sie eine nahezu 100%ige Gewissheit, Erfolg zu haben. Zwar hält mich der Aufdruck “Rauchen kann tödlich sein” oder “Rauchen macht den Schniedel schlapp” nicht vom Genuss des Klimmstengels ab. Dennoch denke ich gelegentlich darüber nach, wie unangenehm Lungenkrebs ist. Hätten die Rüger-Hintermänner Moral, würden sie auf den unumstösslichen Aspekt des Glücksspiel und Zufallsprinzips hinweisen. Dann mag der Blauäugigste selbst entscheiden, ob er der ominösen Methode vertraut oder nicht, nachträgliches Herumgejammere über den finanziellen Verlust natürlich ausgeschlossen.

Wenn das Internet und die derzeitige Medienlandschaft einen gemeinsamen Namen tragen müssten, würde ich es Pinocchio nennen: Immer wenn die kleine Holzpuppe lügt, wächst seine Nase. Für das Internet wurden sehr lange Glasfaser verbaut. Ausserdem ist das Basismaterial des kleinen Italieners Holz und das kann von Schädlingen befallen werden. In dem Sinne liebe Leser: Nutzt das Internet und hört euch die Berichte im Funk an! Seid aber konstruktiv kritisch mit dem, was man euch Glauben macht. Wenn etwas nach Lüge stinkt und vom Wurm befallen ist, genügt kein Meckern vor dem Computerbildschirm …

Randnotiz
Da mir die Frage gestellt wurde: Ich spiele weder Off- noch Online und habe kein Geld mit der Rügerschen Methode verloren. Selbst wenn das beschriebene System sicher wäre und ich damit mit wenig Arbeit viel Geld verdienen würde, verzichtete ich darauf. Ich weiss, ich habe eine gut gehende Macke. Warum? Das Deutsch des angeblichen Diplom-Mathematikers ist so etwas von Sch… (PIEP) und irgendwo habe ich auch meinen Stolz … :)