Fotoschule – Workshops & Individualkurse
Ausgabeformat und Bildaufbau sind eng miteinander verzahnt. Fotografen, die in erster Linie am Bildschirm publizieren (Internet, Bildershows etc.), müssen sich hier relativ wenig Gedanken machen. Die Bildauflösung gängiger Kameras ist so groß, dass im Nachgang beinahe alles möglich ist: Von scheinbaren Makroaufnahmen bis hin zum nachträglichen Umplatzieren des Motivs.
Etwas anders sieht es bei Fotografen aus, die ihre Aufnahmen großformatig ausdrucken oder im Fotolabor entwickeln lassen. Hier zählt jeder Pixel. Deshalb heisst es noch vor dem Abdrücken: Gehirn einschalten und mitdenken.
In der Regel orientiert sich der Fotograf am Seitenverhältnis des Bildsensors. Das ist naheliegend und vereinfacht die Bildgestaltung. Allerdings haben Fotolabore eine weitaus größere Palette an Papierformaten zu bieten. Persönlich orientiere ich mich am Kleinbildformat (1:1,5) und dem klassischen Mittelformat (1:1).
Sollen später die Fotos in einem anderen Format als das des Bildsensors zu Papier gebracht werden, muss das Ausgabeformat schon bei der Aufnahme berücksichtigt werden. Oft ist ein Beschnitt erforderlich, bei dem Motivinhalte verloren gehen. Dementsprechend ist beim Bildaufbau im Kamerasucher um das Motiv herum “Luft” zu lassen. Ein typisches Beispiel sind Aufnahmen im Kleinbildformat für 13 x 18-Abzüge (Aspektverhältnis 1:1,38).

Das Mittelformat gilt wegen seiner gleichen Kantenlängen als harmonisch und ist deshalb als “langweilig” verschrien. Ich persönlich empfinde die Möglichkeit, ein Motiv nahezu ungestraft in die Mitte des Ausgabeformats zu setzen, als äußerst angenehm. Es ist eine Frage des Bildaufbaus und der Kamerahaltung, der eingefangenen Szene mehr Leben zu geben.

Das Kleinbildformat und seine unterschiedlichen Seitenlängen ist in Sachen Bildgestaltung weitaus vielfältiger. Zum einen lassen sich Bilder im Hoch- und Querformat aufzeichnen, zum anderen ist das “Aus der Mitte legen” des Motivs eine weitere Möglichkeit, dramaturgisch in die Motivabbildung einzugreifen.