Friday, September 10, 2010 19:31

Posts Tagged ‘kampffussel’

Tag 88

Samstag, September 4th, 2010

Seit Montag Nachmittag ist “Ruhe” in mein Leben eingekehrt. Ich hatte die letzten vier Fotos rausgesucht, verschickt und fertig. Mehr kann nicht nicht mehr tun. Das Loslassen ist befreiend und beängstigend zugleich. Doch ich glaube, gute Arbeit geleistet zu haben.

Seit dieser Woche weiss ich (wieder), was für ein schlimmer Finger und ganz böser Bub ich bin. Die Rolle des Jedermann Lieblings steht mir eben nicht, mit süßen Worten anderen Mitmenschen ungespitzt ins Popo-Loch flutschen auch nicht. Das können andere Zeitgenossen viel besser und selbst ohne Gleitmittel absolut schmerzfrei. Ja, ich bin kein wandelnder Honigkuchen, habe andere Ansprüche und Prioritäten gesetzt. Dass das abseits der normalen Schiene liegt, stört mich nicht weiter. Ich muss mir jeden Morgen in den Spiegel schauen und mit meinem Tun zurechtkommen.

Analog der bitterbösen E-Mail hatte ich heute früh ein Deja-vu: Eine Frau betrat mit Ableger und vollgepacktem Rucksack die Tram meines Vertrauens. Sie stellte sich mitten in den Gang. Im Abteil vor ihr stauten sich die Mitreisenden. Einige wollten der Enge entfliehen und zwangen sich an ihr vorbei. Der große dumme weiße Vogel plusterte sich jedes mal wie ein Kampf-Gockel auf und schüttelte voller Unverständnis den Kopf.

Was fällt der hässlichen Brezel eigentlich ein? Die Schranze hätte nur ihren Rucksack abnehmen und gemeinsam mit ihrem Ableger im KITA-Alter seitlich von sich hinstellen können. Ein Moment des logischen Denkens verschwendet und schon hätten die eingeklemmten Passagiere ohne Probleme in den freien Teil der Tram wechseln können.

Manche Mitmenschen halten sich für den Mittelpunkt des Universums und verhalten sich dementsprechend. Sich in die Lage anderer zu versetzen ist zuviel des Guten verlangt. Wenn der eigene Radius im Denkkasten gegen Null geht, kann auch nichts Vernünftiges dabei herauskommen.

War es wirklich zuviel verlangt, auf ein oder zwei Fragen eine Antwort zu geben? Kann SIE nicht ansatzweise erahnen, wie viel Arbeit darin steckt, vom ICH auf WIR und dann doch wieder auf ICH umzuschreiben. Entgegen meiner bisherigen Schreibe war ich dummerweise bemüht, diesmal von der ersten bis zur letzten Seite durchzuschreiben. Dummheit, auch wenn es die eigene ist, muss bestraft werden.

Irgendwo muss irgendwann mal ein Punkt gesetzt werden. Es geht um eine fixierte Zusage, die erfüllt werden will. Ein Kleinkrieg um Nichtigkeiten ist nicht nur Kindergarten-Niveau, sondern äußerst kontraproduktiv. Und so lasse ich mich verkrampft in dieses Prinzip gerne beschimpfen. Das Schlimme daran ist nur, dass IHRE Argumente von mir und den Fragen genervt zu sein einmal mehr meine Entscheidung rechtfertigen.

Männer waren, sind und bleiben primitiv: Langes wallendes Haar in Blond und zwei große Argumente stellen wider besseren Wissens den animalischen Trieb über den Verstand. Allein den Schuh muss und werde ich mir anziehen. Alles andere sind “nur” Folgeerscheinungen und wieder eine Lehre fürs Leben: Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sind wahre Feinde das einzig Beständige.

Trotz aller Enttäuschung über den ausgewachsenen Mädchen-Bock schaue ich nach vorn. Ein alter Weggefährte kreuzt wieder meinen Weg. Um ehrlich zu sein, haben wir uns nie aus den Augen verloren. Ich bin auch heute noch der Meinung, dass ihn meine damalige Haltung in arge Bedrängnis gebracht hat. Dennoch scheint er mir nicht böse darüber zu sein … im Gegenteil. Er ermunterte mich damals sogar, den Schritt zu gehen. Das Loslassen und woanders Fuss fassen war damals schwer und schmerzlich, aus heutiger Sicht die richtige Entscheidung. In dem Sinne kann es für mich nicht verkehrt sein, auf die innere Stimme zu hören und unpopuläre Entscheidungen zu treffen.

Unter anderen Vorzeichen blicken wir zaghaft in die Zukunft. Er ist ein Macher und Motivator, ein offener und ehrlicher Mensch. Das hat er mir bereits bewiesen. In dem Sinne ist klar, wohin uns die nächste Reise führen wird. Bevor es losgeht, möchte ich ein paar Wochen Ruhe geniessen, ein paar Fototermine wahrnehmen und neue Kraft tanken. Danach geht es, allein der Image-Pflege wegen, wie gehabt kritisch und brummig wie eine Miesmuschel frisch ans Werk … :evil:

Suchbegriff des Monats – Juli 2010

Sonntag, August 1st, 2010

In Sachen Besucherzahlen kann von einem Sommerloch nicht die Rede sein. Juli 2010 gab es noch einmal mehr Zugriffe auf die Mausmalerei als im Vormonat. Insgesamt 2045 Suchphrasen verzeichnet Oberguck Google für meinen Blog. An erster Stelle listet die Datenkrake “myspace”, an letzter Stelle “mac os jaguar” für mich auf.

Was sich dazwischen tummelt, lässt mich stellenweise ziemlich erröten. So scheint es einen gewissen befriedigenden Bedarf an “Ingwer Sex” zu geben, meine Hasskappe “schwängere mich” ist immer noch aktuell und … das Perverse lässt sich steigern: “Nackt Gartenarbeit”. Ach ja … das Durchwühlen der Suchphrasen birgt einige Schenkelklopfer in sich und: Alles geschieht ohne SEO und dem ganzen Voodoo-Zeugs. Ich habe auch so meinen Spaß. :)

Trommelwirbel … hier die Highlights des Juli 2010:

TOP: Kampffussel
FLOP: Kleiner Penis

Google nimmt sich das Recht heraus, Schlüsselworte zu wichten. Stolze 100% erziele ich mit dem Alias “Kampffussel”. Die “Mausmalerei”, deren Erfinder ich eigentlich bin, schwächelt mit ca. 75% und Puhle … mein staatlich anerkannter Nachname … kommt gerade mal auf über 40%. Ich sehe das Ranking etwas anders: 100% Puhle steckt in 100% Mausmalerei. Der Kampffussel ist Schall und Rauch und spielt überhaupt keine Rolle in meinem Leben (0%).

Irgendwer hat mich ertappt: Ja, ich nenne einen kleinen Penis mein Eigen. Jetzt könnte ich mit Sprüchen wie: “Es kommt nicht auf die Größe, sondern auf die Technik an” von dieser Peinlichkeit ablenken. Aber ich halte es wie ein Mann, der Auto-Fahrer. Der kleine Pillermann wird über eine protzige Auto-Marke (BMW oder Mercedes) und der doppelten Fahrgeschwindigkeit als erlaubt kompensiert.

Da es mir an einem Dürfschein zum Führen eines Fahrzeuges fehlt, muss meine Fotoausrüstung herhalten. Und so kompensiere ich den “Kleinen Prinzen” mit extrem kurzen Belichtungszeiten und Zoom-Objektiven, die sich sehr lang ausfahren lassen. Wenn ich das weibliche Geschlecht beeindrucken möchte, hole ich stolz wie Mister XXL-Penis mein 500 mm-Rohr heraus und fahre es mit einem breiten Grinsen im Gesicht voll aus.

Kommt es im Eifer der leidenschaftlichen Erregung zu hemmungslosen Intimitäten, ist schon eine deutliche Enttäuschung beim Weibchen, deren Hand in meiner Hose festhängt, zu erkennen. Aber: Ich kontere etwaige Bedenken bezüglich meiner Manneskraft verbal mit dem Tragen und Ablegen eines Push Up-BHs aus. Das ist genauso eine Mogelpackung, die zu allem Überfluss auch noch direkt am Körper getragen wird. Ich trage in meiner Hose keine Bifi-Minisalami, um im Ansatz ein gewisses Potential vorzutäuschen.

Wenn die Intimkiste an der Stelle kein abruptes Ende genommen hat … was leider zu 99,9% immer der Fall ist, dann kann ich voll auf die Karte Technik “Mit ganz kleiner Nadel, aber extra heiß gestrickt” setzen … :evil:

Den Suchbegriff des Monats möchte ich mit einem Link-Tipp abschließen. Miki hat sich ran gesetzt und aus Ihren webseiteneigenen Suchbegriffen eine Geschichte geschrieben … Prädikat: Lesenswert!

Mikis Kreativ-Stöckchen … :)

Sonntag, Februar 14th, 2010

Zur Abwechslung habe ich mich an Mikis Kreativ-Stöckchen beteiligt. Die bisherige Vorlage wurde von mir um einen jungen Elefanten am Brunnen und dem Mausmalerei-Maskottchen Babsi ergänzt. Letztgenannte Meta-Maus hat nach Bumsratte auch in Miki einen echten Babsi-Fan gefunden. In Ermangelung eines eigenen Fan-Clubs betreue ich meine “Anhänger” persönlich und versorge Miki demnächst mit einem XXL-Fotoabzug. Ihr Geburtstags-Countdown animiert förmlich zu solch spontanen Aktionen … ;)

Mikis Kreativ-Stöckchen ... erweitert von Ronald Puhle

Ich würde das Stöckchen an Janasworld weitergeben. Wer Mikis Idee toll findet und sich stattdessen daran beteiligen möchte, der wendet sich bitte per Kommentar an den Initiator. Wenn Miki ihr OK gibt, darf dann nach Herzenslust das Bild ergänzt werden. Ich stelle hier nur ein auflösungsreduziertes Bild aus … ;)

Gute Nerven sind immer gefragt

Dienstag, Oktober 13th, 2009

Seit gestern ist es offiziell: Das dritte Buchprojekt ist im Druck und auch das Cover fertig. Das Titelfoto stammt nicht aus meiner beziehungsweise unserer Kamera, angesichts der Sinnesüberreizung im Buchladen muss halt was Auffälliges her. Auch wenn es etwas an meiner Seele kratzt, irgendwo muss Marketing sein und ich muss einfach die Nerven bewahren.

Doch auch so sind zur Zeit gute Nerven gefragt: Der Stress aus Arbeit nach einem groß angelegtem Umzug sowie die Leere, im Moment an keinem Projekt aktiv zu arbeiten. Ich versuche … ich muss mich sammeln. Zumindest sendet mir mein Körper ein paar Signale aus, dass ihm einiges auf den Magen schlägt.

So habe ich mich ran gesetzt und ein gedichtähnliches Etwas in einen singbaren Text umzuschreiben. Sehr zu meiner großen Überraschung bat mich K(l)eingeld um diesen Gefallen. Es ist mein erster Anlauf in diese Richtung. Mittlerweile steht ein Grundgerüst, das sehr wahrscheinlich noch etwas gangbarer umgeschrieben werden muss. Im Moment lasse ich mich viel zu sehr von den Texten der Einstürzenden Neubauten leiten. Ich mag die Doppeldeutigkeit und die sich daraus ergebenen Interpretationen.

Modell Maria aus Berlin

Foto: 2008 Ronald Puhle

Weit im Hinterkopf arbeitet mein Denkkasten bereits an Buch Nummer vier. Es wäre, wenn es dazu kommt, dass wohl erste Projekt, das mir wirklich auf der Seele liegt … und genau darin sehe ich eine gewisse Gefahr. Inhaltlich stellt es für mich eine Abkehr vom Mainstream dar, dem ich mittlerweile Leid bin mir anzutun. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob ich schon reif und weit genug entwickelt bin, mir diesen Schritt anzutun.

Ich möchte mit dem Unperfekten experimentieren, nicht analog sondern wie gehabt digital. Meine Ungeduld und die fehlende Zeit würden jeden filmbasierten Ansatz zunichte machen. Außerdem habe ich mangels Erfahrung und Equipment keinen Einfluss auf den Entwicklungsprozess. Das Recht steht mir allerdings im Digitalen und hier in voller Bandbreite zur Verfügung.

Was hat das alles mit dem Foto zu tun? Mhh … eine verpasste Chance? Ein Frage mit mehrdeutig interpretierbaren Inhalt? Oder war das Mehrdeutige nur ein Wunschgedanke von mir? Ich weiß es nicht, werd es wohl auch nie erfahren, geschweige denn, dass ich es wissen möchte. Ich brauche klare Ansagen, damit ich was auch immer nicht fehlinterpretiere. So ist die damals vom Modell ausgesprochene Frage wie sie ist und meine Reaktion darauf, wie ich es in dem Moment und eigentlich immer gewollt habe. Reine Nervensache eben … :D

Das “erotische Überraschung”-Fotoshooting
Modelle für meine Projekte gesucht
Das “Wir bekommen ein Baby”-Fotoshooting
Workshops & Individualkurse
Fotografie und Bildbearbeitung für Neueinsteiger & Fortgeschrittene

Ohne Worte!

Freitag, Oktober 2nd, 2009

Autor und Fotograf aus Berlin

Foto: 2009 Gabriela Puhle

Ein leuchtendes Beispiel dafür, dass ich lieber hinter der Kamera stehe … :D