Friday, September 10, 2010 18:45

Posts Tagged ‘erziehung’

Hau mich – Die Zweite

Freitag, Januar 29th, 2010

Anfang der Woche bin ich beim Besuch eines Fotostudios gefragt worden, was ich so fotografiere. “Eigentlich alles, ich lege mich auf kein Sujet fest” war meine Antwort. Im Nachgang betrachtet war sie sehr voreilig getroffen. Einige Themen lehne ich von Hause aus ab, bei anderen hat sich bisher nicht die Gelegenheit ergeben, mich darin zu versuchen. Aber ich arbeite daran … :D

Alles was mit Natur und Landschaft zu tun hat, stellt für mich ein großes Thema dar. Obwohl ich von “Externen” eher auf Portrait & Akt fixiert werde, glaube ich mehr Aufnahmen zu diesem Themenspektrum gemacht zu haben. Obwohl ich die Vorzüge einer Großstadt zu genießen weiss, zieht es mich in Gedanken in letzter Zeit eher auf eine einsame Alm nebst rustikaler Hütte. Die Stadt mit ihren vielen Menschen ist mir mittlerweile … nicht nur auf die Geräuschkulisse bezogen … einfach zu laut.

An zweiter Stelle kommt für mich … wie Michael K. Trout zu pflegen sagt … die Menschenfotografie. In keinem anderen Sujet und mit allen seinen Facetten war mein Lernprozess hier derart gewaltig, dass ich die Erfahrungen nicht so ohne weiteres beschreiben oder gar verallgemeinern könnte. Vor der Kamera steht eben ein oder mehrere Menschen. Die einzige Gemeinsamkeit mit ihm ist das Fotografieren. Ohne gegenseitigen Respekt voreinander und im Miteinander geht partout nichts. Und dann sind da ja noch die unterschiedlichen Ansichten, was Schönheit, Ästhetik und die Rolle der Fotografie im Allgemeinen betrifft.

Nach zehn Jahren Menschenfotografie bin ich der Meinung, dass selbige Fotografen und Knipser zuerst einen Benimm- und Psychologiekurs belegen sollten, bevor sie auf die Menschheit losgelassen werden. Auch wenn die Gefahr besteht, dass besagte Schulungen durch Umkehrung des Erlernten kleine knipsende Diktatoren hervorbringt, würde sich in der Mehrzahl die eine oder andere bildliche Peinlichkeit vermeiden lassen. Ich schließe mich da nicht ganz aus … :)

Was die Facetten der Menschenfotografie angeht, so habe ich mit einigen Spielwiesen meine Probleme. Da wäre die so genannte Beauty-Fotografie. Meist muss Kollege Photoshop & Co. richten, was die Natur dem Portraitierten nicht zugestanden hat. Das Ergebnis sind Verfälschungen in einer Größenordnung, die das eigentliche fotografische Objekt austauschbar machen. Egal ob die Haut porzellanartig glatt gebügelt oder der Busen ein paar Nummern größer gemacht wird, mit Individualität und der Einzigartigkeit des Menschen hat das nichts mehr zu tun.

Eine andere Facette oder Spielwiese ist der Bereich BDSM … umgangssprachlich SM … eben alles, was mit Dominanz und dem Beherrschen eines anderen Mitmenschen zu tun hat. Entweder ist es ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn oder meine negativen Erfahrungen in der Kindheit, die mich bei diesem Thema in einen gewissen Zwiespalt bringen.

Insofern meine Abneigung nicht unumstösslich ist, überwiegt in mir die Neugierde, es nicht doch zu versuchen. Und so war es der Kontakt zu Lady Cara (Berlin), der ursprünglich völlig anders angelegt war, der mich an dieses Thema herangeführt hat. Da meine “Erwartungen” und Vorstellungen nicht mit dem korrelieren, was in der Szene gefragt ist, bin ich auf die Unterstützung und dem Erzählen der Modelle angewiesen. Sicherlich sieht man meinen Aufnahmen den fehlenden Bezug zu dem Thema an, doch wie bei den anderen Sujets ist es eine Frage der Zeit und meiner Lernfähigkeit, bis sich daran etwas ändert.

Und so wird das nächste Wochenende ganz im Zeichen der “Hau mich” … mein persönlicher Alias für Domina … stehen. Der Zufall brachte mich außerdem mit einer weiteren dominanten Lady zusammen. Erste “Probeaufnahmen” entstanden vor ein paar Tage … :)

Modell Anke

Foto: 2010 Ronald Puhle

Cross-Processing mit Modell Anke

Foto: 2010 Ronald Puhle

Was von mir noch übrig ist hat nur mit Dir zutun*

Freitag, Oktober 16th, 2009

Mir fällt es via Internet deutlich leichter Mitmensch einzuordnen, die in irgendeiner Form fotografieren. Beinahe ideale Voraussetzungen sind, wenn sich Kollege oder Kollegin Knipser dazu auch noch verbal auslässt. Diese Ansicht wurde für mich auch durch Susan Sontags “Über Fotografie” bestärkt. Unlektorierte Worte allein sind die idealen Überträger der Lüge.

Zugegeben, das Internet strotzt vor Bildchen, die keiner weiteren Ausführung bedürfen. Ich nehme da meinen Muschitoaster.de nicht aus. Einiges gehört in den Giftschrank und nicht der Öffentlichkeit gezeigt. Nun ist es nicht so, dass oft nur ein oberflächlicher Blick genüg, um in die Seele des Fotografen zu blicken. Er beziehungsweise sie muss schon offen und ehrlich Ausführungen zu der jeweiligen Arbeit machen. Das möchte ich im nachfolgenden Fall machen.

Oftmals gibt es unmittelbare Wechselwirkungen zu Ereignissen, die im Großen wie auch im privaten Umfeld geschehen sind und sich indirekt in der Aufnahme widerspiegeln. Ein Bild mit Tiefgang erklärt sich nicht durch bloses Betrachten. Das Hilfsmittel Bildtitel mag einen Denkansatz geben, doch auch hier lässt sich bewusst wie unbewusst die “Wahrheit” verschleiern …

Modell Jana sticht sich eine Reißzwecke in die Brust

Foto: 2009 Ronald Puhle

Die Idee zu dieser scheinbaren Reisszwecken-Tortour an meinem Modell kam mir vor ca. fünf Jahren. Sie war für mich völlig unbewusst initiiert und eher als Gag gedacht. Bis heute kann ich nicht sagen, wes Geistes Kind ich war oder ob eine Bildidee mich dazu angestiftet hat. Vielleicht kam auch im Unterbewusstsein mein gespaltenes Verhältnis zu meiner Mutter zum Tragen. Keine Ahnung …

Mit der ersten Version völlig unzufrieden, wollte ich immer wieder einen neuen Anlauf nehmen. Nach einem privaten Fiasko hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten, die Idee noch einmal aufzugreifen und möglichst vernünftig umzusetzen. Was im zweiten Wurf herausgekommen und oben zu sehen ist, befriedigt mich keinesfalls. Den “scheinbaren” Schmerz beim Zustechen der Reißzwecke assoziiere ich mit besagten privaten Problemen … sogar mit körperlicher Gewalt. Noch immer verspüre ich den Wunsch, das was geschehen ist mit einer Ohrfeige abzugelten und dem weiteren Beteiligten die Eier abzureissen. Keine Angst Herr angesprochener Bildjournalist: Ich habe mich in dem Punkt unter Kontrolle, lasse mich nicht auf ihr Niveau herunter und meiner Einer darf ja auch Träume haben … :evil:

Normalerweise neige ich dazu, Gegensätzliches zu inszenieren. Demnach hätte das Modell lächeln können … oder so etwas ähnliches, was ich nicht direkt mit Schmerz in Verbindung bringe. Auf der anderen Seite scheint es genügend Mitmenschen zu geben, die in der rohrstöckigen “Erziehung” einer Domina ihre Freude oder gar Befriedigung finden. Damit wäre mein Ansinnen hinfällig. Oder stehe ich, ohne es eigentlich zu wissen, selbst auf solche “Abnormitäten”?

Mal abgesehen von der fragwürdigen Inszenierung und wenig durchdachten Interpretation muss ich gestehen, dass trotz einer gewissen äußeren Leichtigkeit meine inneren Gedanken tendenziell dunkel und depressiv sind. Eigentlich sollte oder müsste ich doch zufrieden sein: Im Spaßfaktor Nebenberuf geht es voran inklusive einer gewissen Anerkennung der ertippten Leistungen. Und nach dem Bekunden meiner Angetrauten zu urteilen, ist alles wieder “schick”. Trotzdem gelingt es mir nicht, eine gewisse Leichtigkeit im Umgang mit den Dingen wiederzuerlangen.

Um dem Ganzen eine gewisse Harmonie einzuflößen, zwänge ich die Szene ins Mittelformat. Die Ausleuchtung an sich hätte härter ausfallen können, was wiederum meiner inneren Gemütslage entspricht. Stattdessen setze ich die Szene Mainstream-Like möglichst schattenfrei um. Nachdem alle drei Lichtquellen dafür verpulvert waren, fehlte mir ein vierter Studioblitz, um im Hintergrund mehr Raum zu schaffen. Also musste ich über die Belichtung und der Blitzenergie solch ein Gleichgewicht finden, dass die Haare des Modells sich minimal vom schwarzen Hintergrund abheben. Soviel zum Technischen drumherum.

Damit die Ausführungen nicht darin enden, dass ich der Aufnahme doch noch etwas Positives abgewinnen kann, möchte ich an der Stelle einfach einen Punkt setzen. Auch wenn die Aufnahme für den Betrachter nichts sagend ist, so hat die Entstehung als auch der Inhalt für mich mehr Bedeutung als vielleicht vermutet. Was mir nicht gelungen ist, diese Bedeutung in ein aussagekräftigeres Foto umzusetzen. Voller Respekt für Fotografen, die ihre Sicht, Gedanken und Emotionen umsetzen können, sehe ich mich genau deshalb nur als Knipser … :)

* Der Titel ist eine Phrase aus dem Titel Susej der Einstürzenden Neubauten

Lady Cara aus Berlin

Freitag, März 27th, 2009

Am 18. April 2009 plant Lady Cara im Rosen-Studio (Berlin) ein Event, bei dem auch Fotos von mir mit Lady Cara gezeigt werden. Sowie ich genaueres weiß, werde ich es hier öffentlich kundtun … :)

Domina aus Berlin

Lady Cara aus Berlin

Fotos: 2008 Ronald Puhle

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Das “erotische Überraschung”-Fotoshooting
Modelle für meine Projekte gesucht
Das “Wir bekommen ein Baby”-Fotoshooting
Workshops & Individualkurse
Fotografie und Bildbearbeitung für Neueinsteiger & Fortgeschrittene

(M)Ein Finale 2008

Montag, Dezember 15th, 2008

Wenn es nach meiner Vorstellung geht, war ich am gestrigen Sonntag 2008 das letzte Mal in unserem Fotostudio Flackerlight. Ein Powershooting war angesagt: Zwei Mütter, vier Kinder und meine Lieblings-Domina Lady “Hau mich” Cara nebst Sklaven.

Fetisch-Fotografien mit einer Domina

Selbstverständlich wurden von mir beide Zielgruppen getrennt voneinander fotografiert. ;)

Schwarzer Stiefel trifft den Sklaven

Fotos: 2008 Ronald Puhle

Bei den vorliegenden Aufnahmen habe ich mich für eine Cross Processing-Entwicklung entschieden. Der leicht bläuliche Farbeinschlag ist hierbei gewollt. Ungeachtet der Intentionen in der Fetisch-Szene ist meine Haltung zum Thema “Erziehung eines Sklaven” äußerst zwiespältig. Ich hoffe dennoch, dass gewünschte Ziel von Lady Cara erreicht zu haben …

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Akt + Mann = unlösbar?

Dienstag, Oktober 7th, 2008

Gelegentlich verirren sich auch Shootinganfragen von Männer in mein Postfach. Generell bin ich der Herausforderung positiv aufgeschlossen. Aber: Während sich bei Frauen die Verhandlungen über ein Fotoshooting schon schwierig gestalten können, verhält sich das “starke Geschlecht” leider um Längen divenhafter. Es gibt glücklicherweise Ausnahmen, die allerdings sehr dünn gesät sind.

Männer Akt

Foto: 2007 Ronald Puhle

Einige so genannte Fotografen lehnen es ab, Männer zu fotografieren. Viele, die sich dennoch an das Thema wagen, rutschen ins Tuntige ab. Es besteht einfach die Gefahr, weibliche Posen unbedacht auf den Mann zu übertragen. Ich glaube, hier muss im Ansatz das Klischee des starken Geschlechts bedient werden. Darauf aufbauend kann man dann seine Ideen entwickeln.

Foto: 2008 Ronald Puhle

Wenn ich an Aktaufnahmen mit einem männlichen Modell denke, dann fällt mir sofort Leni Riefenstahl und ihr Olympia-Film ein. Sie hat den Körperkult heroisiert und passte damit in den nazistischen Zeitgeist. Kraft und Mut auf der einen Seite, schließt angemessene Sinnlichkeit oder gefühlvolle Aufnahmen des Mannes nicht aus. Wir ticken nun mal anders und dem muss ich Rechnung tragen.

Foto: 2008 Ronald Puhle

Eine völlig andere Sichtweise bot sich mir bei einem Fotoshooting mit Lady Cara und ihrem Sklaven in den Beelitzer Heilstätten. Sicherlich ist das Thema Bondage und Erziehung nicht unbedingt mein Spezialgebiet. Dennoch bin ich froh, um diese Erfahrung reicher zu sein. :)

Foto: 2007 Ronald Puhle

UPDATE 13. 10. 2008
In der Nacht lief eine BESCHWERDE-Mail bei mir auf. Es meldete sich eine junge Frau zu Wort: Man könne beim Schauen dieses Artikels den Eindruck gewinnen, dass es sich bei den abgebildeten Herren um ein und dieselbe Person handelt. Da die junge Frau mit einem der Männer leiert und zudem als selbstgeklöppelte Nachwuchseinheit dem engeren Familienkreis angehört, muss ich geeignet darauf reagieren. Also …

1. Oberflächlich geschaut könnte der Schnellklicker durchaus den Eindruck gewinnen. Da nur bewusst das Internet konsumierende Besucher diese Webseite aufsuchen, wird das geübte Auge feststellen, dass mindestens 3 Männer zu sehen sind.

2. Alle drei Männer haben nichts miteinander zu tun und kennen sich meines Wissens noch nicht einmal.

3. Wer Lesen kann, ist klar im Vorteil. Die Aufnahmen entstanden zu unterschiedlichen Zeiten. Außerdem wird im Text darauf verwiesen, dass es unterschiedliche Wesen und Anlässe waren, die zu den Aufnahmen geführt haben. Es gibt nur einen gemeinsamen Nenner: alle Drei sind vom selben Geschlecht.

Wer immer noch an eine Person denkt, dem empfehle ich den Besuch eines Deutschkurses an der Volkshochschule und unbedingt den Wechsel der Tageszeitung. :)