Friday, September 10, 2010 19:32

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Tag 64

Freitag, November 20th, 2009

Obwohl diese Woche dank Gleittag einen Arbeitstag kürzer war als gesetzlich vorgeschrieben, fühle ich mich wie nach 10 Werktage-Dauerstress. Jeden Tag war irgendetwas los. Unseren Betonpalast habe ich im Dunklen verlassen und bin im selben Dämmerungszustand dort wieder eingetroffen. Wenn es nicht dienstliche Belange und nebenberufliche Verpflichtungen waren, dann kamen irgendwelche Hiobsbotschaften aus dem engsten Familienkreis. So ist meine Angetraute noch eine weitere Woche krankgeschrieben. Ich fühle mich mittlerweile genauso schlapp und ausgebrannt, dass ich mich im ehelichen Schlafgemach einfach neben sie legen könnte. Zu allem Überfluss bin ich in dieser Woche zweifacher Meerschwein-Opa geworden.

Den Anfang machte Baguette. Wie ein Abbild des potentiellen Vaters brachte sie pünktlich zum Wochenbeginn das kleine Brikett zur Welt. Zwei Tage später folgte Bruno. Auch hier hat unsere Bumsratte erbarmungslos zugeschlagen. Ich frage mich: Warum sind männliche Wesen ausschließlich darauf programmiert, sich permanent fortpflanzen zu wollen. Dieser vierbeinige Hempfling von Meerschwein hat sich sogar an unserem Super-Meerschwein Bruno vergangen und die alte Dame geschwängert.

Obwohl ... sie ist nicht wirklich eine Meersau

Bruno ist kein Meerschwein im klassischen Sinne. Wie eine Diva hat sich die Dame dagegen verwehrt, weitere Artgenossen in ihr angestammtes Domizil aufzunehmen. Madame möchte einen eigenen Wohnbereich mit abgetrennter Rückzugsmöglichkeit. Natürlich muss es ein Gehege aus biologisch wertvollem Holz sein, ohne Chemie und so. Meerschweindame Bruno ist eigentlich permanent am Fressen und doppelt so groß wie ihr Begatter. Trotzdem hat es der vervielfältigungsgeile Bock geschafft, ihr ihre Unschuld zu nehmen.

Dank der Starallüren steht Brunos Gehege im Wohnzimmer. Normalerweise hat sie ihren Stammplatz auf der Loggia. Doch Frau Kurzhaarfell soll es ja warm haben. So im Kreis der menschlichen Familie aufgerückt, möchte sie auch am selbigen Leben aktiv teilhaben. Also schleicht Bruno auf ihren kurzen Beinen über die cremeweisse Auslegeware. Treudoof schaut sie nach oben, wenn ihr danach ist, von den Anwesenden betuddelt zu werden. Bruno ist quasi stubenrein. Für ihr Geschäft bemüht sich Frau Tongtong in das eigene Gehege und erledigt es dort. Obwohl Bruno für ein Meerschwein einen gewaltigen Knall hat, ist ihre Erziehung und das Benehmen erstklassig. Dieses vorzügliche Verhalten muss sie von mir geerbt haben.

Meerschweinchen ... ein Tag alt

Nachdem der, die oder das kleine Wurm das Licht der Welt erblickt hat, stand ich vor der schwierigen Aufgabe, mir einen weiteren Vornamen auszudenken. Da alle Meerschweine ungewollt mit einem B beginnen, musste ich wohl oder übel der Tradition folgen. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für Boulett … richtig, ohne e am Ende! Doch konnte mich, wie auch bei anderen nicht unwesentlichen Dingen des Lebens, im Familienrat mit der Namensfindung nicht durchsetzen. Stattdessen brachte meine Angetraute Bummi ins Gespräch. Der Rufname stiess auf weitaus weniger Widerstand und gilt seitdem als gesetzt … :D

Tag 63

Dienstag, November 17th, 2009

Nachwuchs im Hause kampffusselnder Mausmaler … keine Sorge: Weder die Angetraute noch die zahlreiche Kinderschar ist von dem Glück betroffen. Unser Nachzügler-Meerschwein, das auf den eigenwilligen Namen Baguette getauft ist, hat in der Nacht von Sonntag auf Montag ein kleines gesundes Meerschweinchen zur Welt gebracht.

Unsere Meerschweine: Baguette mit ihrem Nachwuchs Brikett

Foto: 2009 Ronald Puhle

Nun werden sicherlich bei den weiblichen Leserinnen des Blogs mütterliche Gefühle wachgerüttelt. In der Folge muss ich als Meerschwein-Übervater natürlich wissen, wie groß, schwer und lang das Einzelkind ist. Sorry … ich Mann und haben keine Ahnung von technischen Parametern des meerschweinigen Erdbewohners. Es ist zu 100% ein Meerschwein und der Umstand genügt mir zu wissen.

Was ich sagen kann ist, dass der Vater unsere Bumsratte ist. Der Fakt ist ebenfalls unumstößlich. Besagter Vater ist genauso schwarz wie sein nunmehr geborener Nachwuchs. Damit ist nicht Lars, regelmäßiger Blogleser und Kommentator gemeint. Wobei: Ihm zu Ehren haben wir schon unseren Meerschwein-Bock benannt.

Bei der Namensvergabe gaben wir uns viel Mühe. Von Heinz bis Triple Whopper wurden während des morgendlichen Frühstücks alle möglichen wie unmöglichen Wortschöpfungen an- und ausgesprochen. Lange Zeit hatte ich etwas Indianisches … eben wie Chicorée oder so im Hinterkopf. Im Hinblick auf mögliche peinliche Auftritte beim Tierarzt und angesichts des schwarzen Fells haben wir uns letztendlich für den liebreizenden Namen “Brikett” entschieden … :)