Thursday, September 09, 2010 05:46

Posts Tagged ‘blitzlicht’

Blick durch das Halbrund (II)

Donnerstag, März 18th, 2010

Wie es mein Blick durch das Halbrund (I) erahnen lässt, gibt es eine Fortsetzung. Nach einem turbulenten Freitag, der alles andere wie geplant verlaufen ist, habe ich mir meine Kamera und das Walimex Fish Eye-Objektiv geschnappt und bin bei K(l)eingeld im Probenraum eingeflogen. Für mich war es der erste Großeinsatz mit diesem Objektiv. Von jeder Elektronik entkernt bedeutet das für mich, Blende und Scharfstellung manuell zu wählen.

Mit dieser Arbeitsweise habe ich überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Das Absetzen der Kamera und Nachschauen, welche Einstellung gerade gewählt wurde, gibt mir auch Zeit über das Motiv und meine Absicht nachzudenken. Keine Automatik funkt mir dazwischen … ich bin selbst meiner Aufnahmen Schmied. Da die Lichtverhältnisse im Probenraum äußerst bescheiden sind, streut mein Blitzgerät auf dem zweiten Vorhang -3 LW im i-TTL-Modus diffuses Licht in den Raum.

Ich konnte und wollte nicht die Finger davon lassen, vereinzelt mit Belichtungszeiten bis zu einer Sekunde zu arbeiten. Neben den Spuren der Bewegungsunschärfe bringt der minimale Blitzlichteinsatz Geisterbilder in die Aufnahme, die zwar scharf, aber eher wie eine Mehrfachbelichtung wirken. Doch nicht nur die probenden Bandmitglieder musste ich im Auge behalten. Dank des Öffnungswinkels zieren meine Füsse, Bauch und der Kamera-Tragegurt einige Aufnahmen … :)

Tom und Chris von K(l)eingeld

Sängerin Katrin und Bassist Tom (Band K(l)eingeld)

180° Blick durch ein Fish Eye-Objektiv

Fotos: 2010 Ronald Puhle

Blick durch das Halbrund (I)

Sonntag, März 14th, 2010

Letzten Freitag habe ich mir vorgenommen, entspannt an sechs Artikelseiten zu arbeiten. Zu einem Drittel habe ich bereits Buchstaben zu Wörtern aneinander gereiht, ein weiteres Drittel lagert in meinem Kopf und der verbleibende Rest ist harte Autorenarbeit. Doch da waren noch die ungelösten Probleme mit meinen beiden externen Festplatten, die ich fortan via eSATA betreiben wollte. Während ich an einer Lösung suchte, wurde ich zu allem Überfluss im Messenger auch noch blöd angemacht. Irgendwie scheinen meine Gedankengänge und das von mir elektronisch praktizierte Deutsch extrem missverständlich zu sein.

Nachdem besagtes Problem gelöst und ich noch keinen einzigen neuen Satz an meinen Artikeln geschrieben habe, war mir jede weitere Lust daran vergangen. Ich musste mich ablenken und erkor das mittägliche Fernsehprogramm dazu aus. Immerhin cruist Schumacher mit Vollgas durch die Kurven und gleich sind 23 andere Fahrer kaum noch eine Erwähnung wert. Man sollte meinen, dass während dieses seelischen Hängers eine positive Nachricht vom Verlag für eine deutliche Stimmungsaufhellung und neuen Motivationsschub sorgt. Stattdessen ruft sie Reaktionen im Umfeld hervor, mit denen ich so nicht gerechnet habe. Das Rein und Raus aus den Kartoffeln trotz mehrmaliger Rückfrage ist einfach nicht mein Ding. Ich brauche meine Linie und was gegen diesen Strich geht, ruft Kurzschlussreaktionen bei mir hervor.

Nach einem inneren Feuerwerk stand mir der Sinn nach Knipsen. Ich wollte meinen Frust mit der Kamera abreagieren und das Fish Eye-Objektiv ausprobieren. Und so rückte ich mit einem Kasten Schlummifix bewaffnet im Probenraum der Berliner Rockband K(l)eingeld ein. Der 180°-Blick ins Halbrund übt derzeit eine so große Faszination in mir aus, dass ich an diesem Abend fast ausschließlich mit diesem Objektiv gearbeitet habe. Zwischen biergetränktem Small Talk und lauter Rock-Musik war der Frust über die Launenhaftigkeit meines Lebens schnell überwunden. Trotz des Ertränken allen Frustes wusste ich, für die nächste Aufgabe alleine dazustehen und mit Bravour einiges Porzellan zerschlagen zu haben … :(

Im Probenraum der Berliner Rockband K(l)eingeld

Aufnahme mit dem Fish Eye Objektiv

Langzeitbelichtung mit Blitz auf dem zweiten Verschluss

Gitarrist und Sänger Chris von der Berliner Rockband K(l)eingeld

Fotos: 2010 Ronald Puhle

Angelehnt

Dienstag, Januar 26th, 2010

In letzter Zeit nehme ich oft die Reise vom Nordosten Berlins ins westliche Stadtzentrum auf mich und versuche mich im Verfeinern meiner Knipstechnik. Insofern nichts an Ideen konkretes vorliegt, probiere ich aus anders zu fotografieren. Statt Posen vorzugeben, lasse ich es einfach laufen und versuche den Bewegungen des Modells zu folgen … ein Impro-Shooting sozusagen. Mein Reaktionsvermögen beziehungsweise die Fähigkeit, Ereignisse halbwegs treffsicher vorherzusagen ist gelegentlich etwas eingeschränkt. Das gilt vor allem dann, wenn ich parallel versuche, manuell zu fokussieren. Von einem automatisiert folgendem Autofokus halte ich an der Stelle relativ wenig.

angelehnt

Foto: 2009 Ronald Puhle

Für solche Übungen greife ich gern auf Modelle zurück, mit denen ich bereits mehrfach gearbeitet habe und die deshalb damit leben können, dass die Ausbeute sich eher bescheiden gibt. In den beiden Aufnahmen war es mein Ansinnen, das Bild so aufzubauen, als würde der Kopf des Modells an einer Wand lehnen.

Rothaariges Modell Helena aus Berlin

Foto: 2009 Ronald Puhle

Um mir das Ganze nicht zu einfach zu machen, griff ich auf ein 50 mm-Objektiv mit großer Blendenöffnung zurück. Dadurch ersparte ich mir den Einsatz der Blitzanlage. Lediglich das SB-800 hellte den Raum indirekt auf … natürlich im i-TTL/BL und meiner favorisierten Matrixmessung! ;)

Das “erotische Überraschung”-Fotoshooting
Modelle für meine Projekte gesucht
Das “Wir bekommen ein Baby”-Fotoshooting

Das erste Wochenende im neuen Jahr

Samstag, Januar 2nd, 2010

Wenn nichts dazwischen kommt stehe ich morgen vormittag wieder im Flackerlight und habe ein arbeitsreiches Fotoshooting vor mir. Wir, das Modell und ich, haben uns einiges vorgenommen und ich bin bereits jetzt auf die Ergebnisse gespannt. Gilt es doch nicht nur die erste Anspannung zu überwinden und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen …

rothaariges Modell aus Berlin

Foto: 2009 Ronald Puhle

Solche Anpassungsphasen können durchaus ihre Zeit in Anspruch nehmen. Wenn ich die ersten Ergebnisse mit Helena zu den hier gezeigten Aufnahmen des letzten Fotoshootings betrachte, dann liegen nicht nur Monate sondern auch Welten dazwischen. Die ersten Fotos entstanden sicherlich unter einem gewissen Zeitdruck und ich konnte mir noch nicht einmal die Zeit für ein Vorgespräch nehmen. Es waren nur noch wenige Wochen bis zum offiziellen Abgabetermin des letzten Buchprojekts. Mit jedem weiteren Aufeinandertreffen löste sich die Anspannung und wir konnten immer unbefangener zusammenarbeiten …

Portrait von Ronald Puhle

Foto: 2009 Ronald Puhle

Durch die zeitlichen Verzögerungen beim Lektorat schaffte es am Ende sogar noch eine weitere Aufnahme mit ihr in das Buch. Sie entstand bei einem späteren Aufeinandertreffen und ist im hinteren Teil des Buches zu sehen. Mit dem positiven Gedanken verabschiede ich mich in das erste Wochenende des neuen Jahres 2010 … :D

Weiterführende Links
Das “erotische Überraschung”-Fotoshooting
Modelle für meine Projekte gesucht
Das “Wir bekommen ein Baby”-Fotoshooting

Kleine Erinnerung: Twitter-Interview am 19. 11. 2009

Mittwoch, November 18th, 2009

Am morgigen Donnerstag (19. 11. 2009) ist es soweit: Interessenten und stolze Besitzer des Buches Nikon Systemblitz-Technik können via Twitter (mut_de) von 14 bis 15 Uhr ihre Fragen an mich stellen. Da Gabriela zur Zeit noch krankgeschrieben ist, werde ich mich allein dem Feedback stellen. Unter allen Teilnehmer des Twitter-Interviews verlost der Verlag Markt + Technik fünf Bücher!

Nikon Systemblitz-Technik ist das zweite gemeinsame Buchprojekt von Gabriela und mir. Auf knapp über 300 Seiten erläutern wir die Besonderheiten den Creative Lighting System, stellen aktuelle Systemblitzgeräte vor und erläutern, welche Funktionen die unterschiedlichen Kameraklassen unterstützen. In verschiedenen Rezepten wird gezeigt, wie wir die Lösung bei den Blitzlichtaufnahmen angegangen sind. Dabei wollen wir nicht nur fertige Aufnahmen anbieten, sondern dem Leser auch unterschiedliche Varianten vorstellen. Dieses Konzept zieht sich eigentlich durch das gesamte Buch.

Also den Tag dick im Kalender markiert! Ich freue mich auf die hoffentlich zahlreichen Fragen … :D

Aufnahme mit der Nikon D70

Foto: 2006 Ronald Puhle