Thursday, September 09, 2010 05:58

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Tag 87

Mittwoch, August 11th, 2010

Nun sind sie vorbei … vierzehn bezahlte Freitage meines Hauptarbeitgebers. Wieder holt mich gegen fünf Uhr Kollege Wecker aus dem Schlaf, jeden Morgen rasieren und pünktlich kurz nach Sechs an der Tram-Haltestelle stehen. Ich kann die Leier nicht mehr hören … besser gesagt selbst erleben.

Doch wem oder was trauere ich eigentlich hinterher? Gut, in den letzten Tagen durfte ich ohne Zuhilfenahme der Weckkiste aufstehen. Ansonsten waren die Tage mit Dingen vollgepackt, die endlich realisiert werden wollten oder sollten. Was fehlte war lediglich der Druck es tun zu müssen. Das ist der kleine aber feine Unterschied!

Ganze zehn Tage gönnte ich mir eine Auszeit vom Schreiben. Zu meiner Überraschung gab es noch nicht einmal Entzugserscheinungen. Mein Kopf suchte und fand Abstand, wohl wissend, dass die verbleibenden vier Urlaubstage ausschließlich dem neuen Buch zu widmen sind. Über 400 unlayoutete Seiten sind nach dem Fachlektorat noch einmal durchzuarbeiten und ich wusste schon im Vorfeld, dass in dem Beta-Text noch einige Haken und Ösen enthalten sind.

Wider Erwarten war der Rückläufer mit nur wenigen Kommentaren und Korrekturen versehen. Was mir dennoch übrig blieb, war jede verdammte Zeile Wort für Wort durchzugehen, um zum letzten Mal verändernd eingreifen zu können. Und so endete der letzte Urlaubstag mit der Frage, wie ich sie mir bereits vor dessen Beginn gestellt habe: Warum tue ich mir das berufliche Doppelleben überhaupt an?

Die Frage und das damit verbundene Gefühl kenne ich bereits. Immerhin handelt es sich um Buch Nummer 4. Doch diesmal tut sich deutlicher denn je vor meinen Augen eine Grenze, wenn nicht sogar ein Abgrund auf. Sicherlich war die Zeit, in der das Werk seine Form annahm lang genug und ich hatte … mit Ausnahme der Anfangsphase … noch nie so entspannt schreiben können. Doch die Frage nach dem Warum stellt sich vielleicht deshalb umso lauter!

Schutz vor Kletterer

Foto: 2010 Ronald Puhle

In solch terminkritischen Momenten vergesse ich offenbar den Spaßfaktor, den mir die Arbeit macht. Stattdessen sehe ich die Spaßbremsen, deren Moment erst noch kommen wird. Aber so etwas scheint zum Leben dazu zugehören … :evil:

Reloaded

Samstag, Juli 17th, 2010

Es gehört zu den offenen Geheimnissen, dass mir das Knipsen im Fotostudio nicht sonderlich gefällt. Ich brauche etwas drum herum … quasi ein wenig Beiwerk für die Geschichte “Foto”. Deshalb habe ich mich nach drei Jahren entschlossen, mein Engagement im bisherigen Atelier & Galerie Flackerlight aufzugeben.

Es wird ein neues … neudeutsch … ein “Flackerlight reloaded” geben. Soviel ist erst einmal sicher. Wie es genau aussieht, weiss ich heute noch nicht. Meine Gedanken sind für den erfolgreichen Fortbestand der Idee “Flackerlight” nicht ganz bei der Sache. Auf alle Fälle gönne ich mir im “wieder aufgeladenen” Atelier auch eine Rückzugsmöglichkeit als Tippse … :)

Nackte auf dem Tisch

Foto: 2007 Ronald Puhle

Wenn es irgendetwas in Richtung fotografischen Aufzeichnungsraum geben wird, dann soll es so etwas wie auf dem Foto aus dem Jahre 2007 sein … ein “bewohntes” Zimmer mit vielfältigen Knipsgelegenheiten. :D

Im Schatten des Flügelschlags – Der erste deutsche Twitter-Roman

Mittwoch, April 21st, 2010

Am 03. Mai 2010 startet Autor-Kollege Marcel Magis seinen Roman “Im Schatten des Flügelschlags“. Das Besondere wie Kuriose an der Aktion ist: Er wird ihn zuerst via Twitter veröffentlichen. Die ganze “Prozedur” wird ca. 3500 Tweets umfassen. Jeden Tag gibt es von 9:00 Uhr bis 18 Uhr und zu jeder vollen Stunde einen neuen Tweet. Damit erstreckt sich das Lesen des Romans auf über ein Jahr. :D

Im Herbst soll dann der Roman als iPhone/iPad-E-Book erscheinen. Verantwortlich zeichnet wieder der Verlag Motu One, wo bereits Marcels Romane “Sommer mit Schafen” und “Mein Leben mit Mitsu” erschienen sind.

Ich freue mich auf diese Veröffentlichung. Immerhin schlummerte der Roman bereits einige Zeit vor sich hin. Wenn mir das Glück zuteil wurde, Marcel einmal wieder zu treffen … etwa einmal im Jahr …, hat er immer wieder von ihm erzählt. Das Vertwittern ist sicherlich ein ungewöhnlicher, aber offenbar zeitgemäßer Weg. Da ich wohl nicht allen Tweets folgen werden kann, warte ich bereits jetzt auf die iPhone-App.

Viel Erfolg Marcel … :)

Auf zum Vierten motiviert …

Donnerstag, März 25th, 2010

Ich befinde mich in einer Motivationsphase. Diesmal macht mir nicht mein Knipswerk zu schaffen, sondern ich versuche mich auf das nächste Buchprojekt einzustimmen. Das Thema ist zwar ein anderes als eigentlich von mir angedacht, doch das stört mich nicht. Vielmehr sehe ich es als eine Veröffentlichung, die den Weg zum fünften Buch ebnet. :D

Mein Motivationsproblem lässt sich mit einem dreidimensionalen Puzzlespiel vergleichen. Das Dumme darin ist: In meinem Kopf liegen zur Zeit nur 2D-Puzzlestücke rum … Wort- und Satzfragmente, die Ideen und Sichtweisen beinhalten. Jetzt heisst es für mich sortieren … :(

In der Phase leidet mein Ex-Muschitoaster darunter, wird eher lieblos mit Texten gepflegt oder dient einfach nur dem Dampf ablassen. Wenn ich eines Tages mal richtig berühmt und unanständig reich bin, wird in dieser Findungsphase eine große Grafik die Webseite zieren: “Herr Autor denkt und tippt, ist aber bald wieder zurück!” … :evil:

Mit Corsage, Hut und Tanzstock

Foto: 2009 Ronald Puhle

PS: Hatte ich nicht nach dem Desaster um das dritte Werk geschrieben, dass das Kapitel Buch schreiben für mich durch ist? Richtig … habe ich. Es gibt für mich zwei gute Gründe weiter zu schreiben: Der Verlag und mein “Wunschbuch”. Deshalb habe ich mir eine andere Todeslinie für den Autor Ronald Puhle gezogen: Ich höre mit einer ungeraden Anzahl veröffentlichter Bücher auf! :D

MacBook in Aktion

Freitag, März 19th, 2010

Um irgendetwas zu schreiben brauche ich eine Idee, Ruhe und die Muse es überhaupt zu tun. Die Ideen sind schnell gefunden … entweder bin ich der Spender oder sie wird von außen hereingetragen. Die eigentlich benötigte Ruhe ist oft der erste Stolperstein. Habe ich eine Idee aus vielen ins Auge gefasst, konzentriere ich mich ausschließlich darauf. Alles andere drum herum sollte möglichst stressfrei an mir vorüberziehen. Ablenkung aller Art ist mein Scheintod in einer verbalen Schaffensphase.

Wenn wie in dieser Woche geschehen die Probleme auf mich einpurzeln und meine Gedanken ganz woanders sind, unternehme ich gar nicht erst den Versuch für eine Idee in die Tasten zu hauen. Stattdessen dient das Geklimper auf den Buchstaben einfach nur dem Frustabbau. Meist fühle ich mich danach seelisch deutlich leichter, auch wenn es noch nicht für ein weiter tippen an der Idee reicht. Es muss in mir eine gewisse Stimmung vorhanden sein … erst dann fließt der Text aus meinen Fingern.

Eben wie in dieser Woche war ich zunächst bemüht, erst einmal klare Gedanken zu fassen und die angehäuften Steine aus dem Weg zu räumen. Ausnahmsweise den Blick gerade nach vorn gerichtet und im Glauben, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, stellt sich jetzt die innere Ruhe und eine offensichtlich fruchtbare Muse ein, an Texten zu arbeiten. Also Schluss mit der verbalen Eierei, ran gesetzt ans MacBook, sechs Artikelseiten geschrieben und morgen ein paar Menschen beknipst! In dem Sinne wünsche ich ein ruhiges wie musenreiches Wochenende!

Macbook in Aktion - Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe

Macbook in Aktion - Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe

Macbook in Aktion - Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe

Macbook in Aktion - Langzeitbelichtung mit Bewegungsunschärfe

Fotos: 2010 Ronald Puhle