Friday, September 10, 2010 19:40

Posts Tagged ‘aufnahme’

Sonnenuntergang – Farbe versus Schwarzweiss

Dienstag, März 23rd, 2010

Vor ein paar Tagen spendierte ich meinem Ex-Muschitoaster eine neue Kopfgrafik. Sie zeigt jene Skyline, die ich beim Blick aus dem kombinierten Schlaf- und Arbeitszimmer zu sehen bekomme. Nicht immer ist der Sonnenuntergang so dramatisch schön. Deshalb verzichtete ich auch darauf, meine 500 mm-Kanone und die D200 auszugraben. Die Sonne näherte sich im Sturzflug dem Ende der Welt und den Rest erledigten die Wolken. Mangels einer Replay-Taste musste und durfte die Ersatzknipse herhalten.

Auf der anderen Seite ist diese Gegenüberstellung Kopfgrafik versus abzugsfähige Vorlage ein kleiner Seitenhieb auf Internetfotos. Was im Bezug auf die Berliner Skyline oben noch halbwegs plausibel erscheint, rückt im späteren Abzug vollständig in den Hintergrund. Und so stand für mich unter diesen Bedingungen des Wechselspiel der Wolken mit der untergehenden Sonne im Vordergrund. Mehr gab das Objektiv an der Stelle nicht her.

Skyline von Berlin - Farbumsetzung

Die Skyline von Berlin aus Richtung Nordost

Foto: 2010 Ronald Puhle

Das Schauspiel selbst, damit meine ich den Ablauf und Dramatik, war binnen weniger Minuten vorbei. Wer weiss, wann sich die nächste Gelegenheit bietet … ;)

Abgesang für eine Tulpe

Mittwoch, März 10th, 2010

Der letzte Sonntag sollte ursprünglich anders verlaufen als geplant. Es hat sich wieder einmal bewahrheitet: Ich darf eben nichts planen. Von Ruhe war insbesondere am Vormittag nichts zu spüren. Nachdem die erste Hektik mit Blaulicht abgezogen ist, musste ich mich irgendwie abreagieren.

Ich erinnerte mich an jene Tulpen im Blumentopf, die ich bereits vor ein paar Tagen verwelkt abgelichtet habe. Nach der letzten Fotosession hatte ich den Topf auf der Loggia stehen lassen. Dank der Kälte tat sich nicht mehr sehr viel am Verwelkungsprozess. Eine Gartenschere eliminierte jene Blütenstängel, die nicht mein Interesse wecken und motivtechnisch gesehen eher störende Elemente sind. Ein blauer wolkenfreier Himmel bei eisigem Wind versprach zudem einen anderen Hintergrund als bei der letzten Fotoserie.

Das seitliche Sonnenlicht sorgt nicht nur für eine spannendere Ausleuchtung der abgeblühten Tulpe, gleichzeitig zeigt auch der Himmel als Hintergrund einen gewissen Verlauf. Getreu meinen Ausführungen zur Rolle der Bedeutung einer Kamera nahm ich die dort verschmähte Nikon D60 zur Hand und versuchte mich mit ihr. Ihr Manko in meinen Augen: Beim Fokussieren muss man ganz genau darauf achten, worauf die Ersatzknipse scharf stellt. Ansonsten heißt es: Bild aufbauen und Auslöser gedrückt.

Verwelkte Tulpe vor strahlend blauem Himmel

Foto: 2010 Ronald Puhle

Es ist für mich das normale … das typische Foto: Eine große Blendenöffnung bei kurzer Belichtungszeit. Im Ergebnis ist nicht zu erkennen, dass hin und wieder ein Windstoß mir das Beknipsen nicht sonderlich einfach gemacht hat. Mir fiel auf, dass sich einzelne Blütenblätter weitaus freudiger im Wind bewegten als der Rest des Ganzen. Ich wollte diese Bewegung einfangen und spielte dementsprechend an den Einstellungen. In dem Punkt fehlt mir (noch) das Gefühl, im Zuge des gewünschten Resultats Geschwindigkeit und Belichtungszeit zu synchronisieren. Es folgt meine Hauptbeschäftigung: Warten und hoffen, dass mein träger Finger inklusive Auslöseverzögerung den richtigen Moment abpasst.

Verwelkte Tulpe im Wind

Foto: 2010 Ronald Puhle

Je weiter das Auge den Stiel der Tulpenblüte hinaufklettert, umso mehr gewinnt das Motiv an Unschärfe. Insbesondere die Blütenblätter, die nur noch lose an der Blüte hängen bewegen sich deutlich stärker. Ich mag solche Aufnahmen, denn sie verraten nicht auf den ersten schnellen Blick ihre Details. Nehmen wir zum Beispiel das Babsi-Portrait. Erst beim genaueren Hinsehen ist Mitte rechts eine Zigarettenschachtel zu erkennen. Um sie in die Aufnahme zu “kopieren”, wurde die Kamera während der Belichtung kurz auf Dieselbige neben meinem MacBook geschwenkt. Was scheinbar nach Chaos und übermäßigen Drogenkonsum ausschaut, dahinter steckt in der Umsetzung weitaus mehr Gehirnschmalz.

Um nicht den Ruf eines Blümchen-Knipser zu erlangen, hat besagte Gartenschere auch den letzten Blütenstil von den Tulpenzwiebeln geschnitten. Damit ist das Thema für mich (vorerst) durch … :)

Rote Tulpen – Kleinbild- versus Mittelformat

Freitag, Februar 19th, 2010

Die Woche startete ich mit einer Nachlese zum Valentinstag. Warum auch immer gehörte eine Tulpe zum Artikel … vielleicht als angemessene Würdigung des Blumen-Fachhandels … weshalb ich die Arbeitswoche mit demselben Motiv ausklingen lasse. Diesmal habe ich meine digitale Schere angesetzt und zum Kleinbildformat einen quadratischen Beschnitt angefertigt. Wirklich festlegen, welcher Variante ich favorisiere, möchte ich nicht.

Rote Tulpen im Kleinbildformat aufgenommen

Zwei rote Tulpen im Mittelformat dargestellt

Foto: 2010 Ronald Puhle

Weitaus wichtiger war mir endlich etwas mehr Licht sprechen zu lassen. Dabei sollte es nicht so plump zu gehen, einfach nur die Lichter absaufen zu lassen. Die Kameraeinstellungen waren so gewählt, dass die hellen Partien kurz vor Anschlag am Weißpunkt liegen. Den Rest erledigt eine Cross Processing-Simulation. Vielleicht zeige ich einmal in einem Artikel, was ich immer damit meine … in der nächsten Woche ist fünf Tage Urlaub angesagt und damit eigentlich Zeit vorhanden. Doch uneigentlich sieht es mittlerweile anders aus … :evil:

Dein schönstes Silvester-Feuerwerks-Foto

Freitag, Januar 1st, 2010

Ohne mich dem Universalstöckchen “Ich zeig dir meins, zeig du mir deins …” anschließen zu wollen, greife ich Janas Idee einfach auf und zeige mein schönstes Silvester-Feuerwerks-Foto.

Mittlerweile sind die Kids so groß, dass meine Rolle als begleitendes Elternteil nur noch der Oberaufsicht Rechnung trägt. So kann ich die ca. dreißigminütige Orgie des Abbrennes kostspieliger Feuerwerkskörper dazu nutzen, das Geschehen mit der Kamera festzuhalten. Bewaffnet mit einem stählernen Stativ, der Nikon D60 nebst “Lens in a Cap”-Objektiv und der handlichen Ricoh GX200 durfte ich mich im Multitasking versuchen. Mit einer Blende von 64 beziehungsweise 32 war die aufgeflanschte Nikon mehrere Sekunden beschäftigt und lies mir Zeit für Freihand-Aufnahmen mit der Kompaktknipse.

Aufnahme mit einem Lens in a Cap-Objektiv

Foto: 2009 Ronald Puhle

Zum Feuerwerk allgemein habe ich ein ziemlich gespaltenes Verhältnis. Zum einem musste ich in meiner Jugend ansehen, wie ein Beutel Feuerwerkszeug in unserer Wohnung hochgeht. Außerdem durfte ich meine Armeezeit unter anderem damit verbringen, mit Sprengstoff so genannte Imitationen … also das Nachbilden von Munitionseinschlägen durchzuführen. Insbesondere unter reichlich Alkoholeinfluss wird gerne vergessen, dass es sich bei den Böllern zwar um “harmloses” Schwarzpulver, aber dennoch um Sprengstoff handelt. Und so lasse ich mit einem wachsamen Auge den Nachwuchs gewähren, während ich lediglich eine Wunderkerze in meiner Hand halte … :D

Langzeitbelichtung mit der Ricoh GX200

Foto: 2009 Ronald Puhle

Bewegte Lichter – Ein Weihnachtsmarkt in Berlin

Dienstag, Dezember 8th, 2009

Um mein Motorik-Projekt einen Schritt weiter voran zubringen war es klar wie Kloßbrühe: Ich muss die Vorweihnachtszeit nutzen und mindestens einen der vielen Weihnachtsmärkte in Berlin besuchen. Da ich mich alleine in die Spur machen musste, stand für mich an erster Stelle die Frage nach dem “Gepäck”. Des Weiteren muss ich mit einem Menschenandrang rechnen, der das ungestörte Arbeiten mit dem Stativ quasi unmöglich macht. Ohne die tragende Rolle eines Assistenten viel die Wahl auf das kleine Handgepäck, bestehend aus der Ricoh GX200 und einem Einbein-Stativ. Um nicht als nächtlicher Omaschreck verhaftet zu werden, verschwand Letztgenanntes ist einer Plastiktüte.

Bewegte Lichter

Foto: 2009 Ronald Puhle

Das kamerastützende Vehikel erwies sich schnell als unbrauchbar. Die Aufnahmen wirkten mir zu statisch und engten meinen Handlungsspielraum ein. Somit verfluchte ich relativ schnell meine Entscheidung. Irgendwie war das sperrige Teil aus Aluminium immer im Weg. Sollte ich wirklich einmal den großen Durchbruch schaffen, wird als Erstes eine junge attraktive Praktikanten engagiert, die sich in erster Linie um meine Fotoausrüstung kümmern darf. :evil:

Langzeitbelichtung aus der Reihe Motorik

Foto: 2009 Ronald Puhle

Nachdem die Frage der Stativnutzung eindeutig geklärt war, stürzte ich mich in das Getümmel. Solche Menschenaufläufe sind für mich der wahre Horror. Gegenseitige Rücksichtnahme und die Inbeschlagnahme des ganzen Fussweges sind nur die kleineren Übel. Ich lasse mir ungern während des Knipsen über die Schulter schauen, erst recht nicht mit gut gemeinten Ratschlägen gespickt, wie ich solch verwackelte Bilder vermeiden könne.

Die Krönung der Schlaumeierei ist, wenn die Ratgeber irgendeine Billig-Kompaktknipse oder ein Handy herausholen und mir dann zeigen, wie es “richtig” geht. In dem Moment möchte ich ein Tänzchen a la Rumpelstilzchen aufführen. Mein Unverständnis darüber, weshalb man mich zum Dummchen stempelt, weicht schnell dem christlichen Motto: “Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun!”

Sicherlich kann man nicht an meiner Nasenspitze erkennen, was meine Absicht ist. Doch warum pumpen sich Leute zu Klugscheisser auf, die Dank vollautomatischer Kameraführung eigentlich bis auf deren Haltung nichts zum Bild beitragen? Trotz der Ricoh-Kompaktknipse steuere ich die Belichtung per Hand und das Display zeigt für kurze Zeit etwas mehr als nur verwackelte Aufnahmen. Und so stelle ich mich lieber in eine ruhige Ecke und mache unkommentiert mit dem weiter, wo ich kommentiert zum Abbruch gezwungen wurde … :D