Nikon Systemblitz-Technik – Outtakes
Im Nachwort zum Buch Nikon Systemblitz-Technik habe ich geschrieben, dass wir einige Fotoserien mehrfach wiederholen mussten. Oft war es so, dass einzelne Aufnahmen in unseren Augen zwar gut waren, aber in der Summe ein paar Ausreisser darunter waren. So auch zum Rezept “Mit dem Blitz durch Glas fotografieren”. Obwohl das nachfolgende Foto frontal mit der Nikon D60 und Blitzlicht aufgenommen ist und die Blitzlichtspuren deutlich zu erkennen sind, fasziniert mich das Portrait von Carina dennoch.

Foto: 2009 Ronald Puhle
Bisher war die Reaktion auf mein drittes Buch überwiegend positiv. Insbesondere die Rezension bei fotoburschen.de hat mich sehr angenehm berührt. Sie gibt genau das wieder, was mein beziehungsweise unser Ansinnen beim Schreiben des Buches war. Ich muss zugeben, dass es von Anfang an mein Ziel war, die Blitzlichtfotografie zwar bezogen auf Nikon und i-TTL zuschreiben, die Umsetzung aber so zu wählen, dass das Buch auch im Zusammenhang mit anderen Kameraherstellern genutzt werden kann.
Dagegen wirken Rezensionen auf mich befremdlich, die den Inhalt offensichtlich nur halbherzig und mit einem höheren Wissensstand gelesen haben. Schon im Vorwort gebe ich zum Besten, dass das Buch sich an Einsteiger in Sachen Blitzlichtfotografie wendet und primär praxisorientiert angelegt ist. So fällt es mir schwer, den Ausführungen was dem Leser im Buch fehlt, zu folgen.
Nikon bietet in der Matrixmessung verschiedene Modi an. Außerdem passt die Kamera selbsttätig die Belichtungsmessung von “Oben nach Unten” an. Meist ist das vom verwendeten Objektiv abhängig. So sind zwar die Anmerkungen an sich nicht verkehrt, doch wären hier Hinweise zu den Randbedingungen erforderlich. Um nicht unnötige Fallbeispiele zu konstruieren und dabei andere Möglichkeiten nicht in Betracht zu ziehen, liegt mein Fokus in der Beschreibung der Bausteine und ihrer Wirkung.
Auch in dem Fall erfolgt der Hinweis im Buch, dass der Leser nach seinem eigenen Gusto entscheiden muss, wo er die Priorität setzt. Ein Buch soll Denkansätze liefern, die Entscheidung muss der Fotograf Vorort selbst treffen. Wenn mich nicht alles täuscht, dann beginnt die Einführung in die Rezeptsammlung damit. Mein Gusto ist es, Wert auf die Lichter zu legen. Ich mag keine ausgefransten Wolken. Deshalb ziehe ich die Matrixmessung vor und lasse die Kamera je nach angesetztem Objektiv entscheiden, welcher Modus zum Einsatz kommt. “Absackende” Tiefen aufgrund des eingeschränkten Dynamikumfangs der Kamera fange ich im D-Lighting (NEF und Nikon Capture NX2) oder im Pseudo-HDR (DNG und Photomatix) auf.
Das Ganze lässt sich beliebig fortführen … gerade auf dem Sektor Kurzzeitsynchronisation. Die herausragende Leistung ist es, dass diese Betriebsart im Gegensatz zu früher in der i-TTL beziehungsweise im Aufhellen (i-TTL/BL) betrieben werden kann. Mit dem Aufkommen der Technik stand oft nur die manuelle Blitzsteuerung zur Verfügung. Doch heute wird die erforderliche Blitzleistung quasi als Summe der “Einzelblitzenergien” abgefeuert. Worin liegt da der Nachteil, wenn so Belichtungszeiten bis zu 1/8000 Sekunde möglich sind?
Sei es drum … ich glaube, so viele Details hätte ein Einsteigerbuch nicht verkraftet. Egal welche Klimmzüge die Elektronik anstellt, in erster Linie werden bessere Blitzlichtaufnahmen über die klassischen Belichtungseinstellungen Blende, Belichtungszeit und Empflindlichkeit gemacht. Alles andere wie die Wahl der Belichtungsmessung oder der Einsatz von Lichtformern sind Zutaten und Gewürze bis in einen Grenzbereich hinein, der sich aufgrund der Produktvielfalt sowie Kamera- und Blitzgeräteklassen ohnehin x-beliebig verschieben lässt. Und genau das Thema war eigentlich der Knackpunkt an dem Buch: Wie können wir möglichst vielen Lesern mit einer Nikon-Kamera und Blitzgerät weiterhelfen. Die genauen Details kann und muss der Leser auch weiterhin seinen Handbüchern entnehmen …
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