Ich bin untreu und Wiederholungstäter!
Ich muss gestehen, dass ich um Beständigkeit und Harmonie als Dauerzustand bemüht bin. Gäbe es ihn nicht für mich, könnte ich nicht die innere Ruhe zum Schreiben und Fotografieren finden. Wobei das auch beinahe gelogen ist. Gerade das Schreiben der ersten beiden Bücher war es, was mir ehrlich gesagt überhaupt geholfen hat, mich endlich wieder im Leben zurecht zu finden.
Für meine ersten Gehversuche in Sachen Bildbearbeitung griff ich auf allerlei Programme zurück, dir ich lediglich dazu benutzte, bestimmte Effektfilter anzuwenden. Photoshop war für mich ein Buch mit sieben Siegeln, die ich erst spät brach. Nachdem der Knoten geplatzt war, flogen alle anderen Programme von der Festplatte und ich blieb dem Pixelboliden über Jahre treu.
Lediglich beim Pseudo-HDR beziehungsweise HDR und Tone Mapping gehe ich gelegentlich dem Pixelprinzen fremd. Nicht nur, dass mir Photomatix Pro einfach bessere Ergebnisse liefert, der zweite Grund ist meine Faulheit. Mit wenigen Mausklicks möchte ich möglichst schnell zu einem Ergebnis kommen … quasi ein Quickie mit der Bildbearbeitung ohne großes Vorspiel und so.
Vor ein paar Wochen ist etwas in mein Leben getreten, was mich ebenfalls von meiner Treue zu Photoshop abkommen lässt. Es war nicht “Liebe auf den ersten Blick”. Die Frage nach dem Warum ist schnell beantwortet: Ich habe keine bis wenig Kontrolle über das, was geschieht. Ich bin der ganzen Sachen einfach ausgeliefert und muss mit dem vorgelegten Ergebnis leben. Der Grund meiner erneuten Untreue hört auf den Namen Poladroid.
Ich muss einräumen, das Problem möglichst realitätsnaher Polaroids auch mit Photoshop angegangen zu sein. Meine Billigvariante besteht darin, die Filmsimulation Exposure 2 zu bemühen und einen eingescannten Rahmen darum zu setzen. Alternativ gibt es die Aktion Polaroid Generator von rawimage. Sie hat den Vorteil, dass ich nachträglich in den Einstellungsebenen arbeiten kann.

Foto: 2009 Ronald Puhle
Polaroid-Simulation: Polaroid Generator by rawimage
Doch die vielen kleinen Details, angefangen bei den Abschattungen über die Unschärfe bis hin zu den Bilddefekten und Fingerabdrücken haben mich schwach werden lassen und eine gewisse Vorliebe für Poladroid in mir aufkeimen lassen.

Foto: 2009 Ronald Puhle
Polaroid-Simulation: Poladroid
Eine Schwäche für das Poladroid-Polaroid hat mich mit Haut und Haaren auf Abwege gebracht … wie ein junges Ding eben, das meinen astralen One-Pack-Body unanständig heiss begehrt. Jetzt muss ich für mich nur noch verstehen, wie ich über die entwickelte Vorlage das Ergebnis halbwegs beeinflussen kann. Sicherlich ist eine poladroider Quickie zwischendurch ganz nennt, aber wie sage ich immer so schön: Ich bin kein Mann für eine Nacht … ups, es sollte heissen, ich bin kein Mann für nur ein mir gefälliges Bild.

Foto: 2009 Gabriela Puhle

Foto: 2009 Ronald Puhle

Foto: 2006 Ronald Puhle

Foto: 2008 Ronald Puhle
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Dezember 14th, 2009 at 12:46
Poladroid ist genial. Schon alleine der Effekt das Bild in die Kamera zu ziehen, und mit Urgeräusch darauf zu warten, wie sich die Bilder entwickeln. Ich hatte die Software letztens vorgestellt und mich gewundert, das es kein Feedback dazu gab und ich annehmen muss, das es keiner ausprobiert hat. Sicherlich kann man nichts beeinflussen, wie bei einem echten Polaroid auch, aber ein Quickie zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist nicht zu verachten
Dezember 14th, 2009 at 12:51
ich bin ebenso schwer begeistert von dem kleinen aber feinen programm. ich habe fast den gesamten sonntag damit verbracht … das war dann schon etwas mehr als nur ein quickie …
Dezember 16th, 2009 at 10:59
[...] ich hier ganz öffentlich meine Untreue eingestanden habe, möchte ich einen weiteren Seelenstrip veranstalten und über mein erstes Mal [...]