Zwischen Anspannung und Entspannung
Ich arbeite gerne mit Modellen, bei denen einfach eine gewisse Grundmotivation vorhanden ist, sich im eigenen Interesse vor die Kamera zu stellen. Meine Erfahrung bezüglich “semiprofessioneller” Damen und Herren ist eher so, dass das Zahlen eines Honorars nicht der Garant für Zuverlässigkeit, angepriesener Flexibilität und Wandlungsfähigkeit ist. Oft steht das Salär und nicht das Ergebnis im Vordergrund ihres Handelns. Ausserdem ist die meist gut beherrschte pseudoerotische Weibchenakrobatik nicht ganz mein Fach. Vor der Kamera steht ein Charakter, der für mich entweder selbst oder gestellt einzufangen ist.
Sicherlich ist es ungleich schwieriger, mit “unbedarften” beziehungsweise “nicht vorbelasteten” Modellen zusammenzuarbeiten. Dementsprechend groß ist auf beiden Seiten am Anfang die Anspannung. Insofern das Ziel einer Anfrage nicht auf ein einmaliges Fotoshooting abzielt, bin ich an einer längerfristigen Zusammenarbeit interessiert. Zu einer Idee muss das Modell passen. Und so hat sich im Laufe der letzten Jahre für mich ein gewisser Stamm an Modellen entwickelt, die ich je nach “Eingebung” und Interesse der Betreffenden abrufen kann.

Foto: 2009 Ronald Puhle
Das zurückliegende Jahr war eigentlich davon geprägt, dass überwiegend Leute vor meiner Kamera standen, die ich entweder schon eine Weile kannte oder die auf Empfehlung ehemaliger Modelle zu mir gefunden haben. Mir gefällt diese Art der Eigenwerbung. Ich kann zwar problemlos in meinem Blog reinschreiben, was ich für ein toller knipsender Hirsch bin und wie süss oder gar nett die Abzulichtenden im Foto aussehen werden. In Wahrheit bin ich hinter der Kamera als “grimmig dreinschauend” bis “Brummbär” verschrien. Aber was ist schon die Wahrheit als nur das Zementieren der eigenen Sichtweise.

Foto: 2009 Ronald Puhle
Ich habe meine Sicht auf das Motiv und möchte es entsprechend einer Idee in ein Bild umsetzen. Dabei gehe möglichst konzentriert und dementsprechend angespannt vor. Jede Form der Ablenkung, sei es im Studio oder in meinem Kopf, schlägt sich automatisch in der Aufnahme wieder. Ich versuche möglichst ohne Hintergrundgedudel aus dem Radio oder CD-Player zu arbeiten. Meine Vor- und Nachbereitung zu einem Shooting findet während der An- beziehungsweise Heimreise statt. Während meiner Anspannung muss ich versuchen, das Modell möglichst entspannt vor die Kamera zu bekommen. Und am besten klappt das durch die eigene Motivation, die meine Modelle mitbringen …
Weiterführende Links
Das “erotische Überraschung”-Fotoshooting
Modelle für meine Projekte gesucht
Das “Wir bekommen ein Baby”-Fotoshooting
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Fotografie und Bildbearbeitung für Neueinsteiger & Fortgeschrittene
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