Sie lesen einen Beitrag des Bild- und Worthandwerkers Ronald Puhle (Berlin)
Thursday, September 02, 2010 23:54

Ansichten, Einsichten und Motivation

Obwohl ich mir vorherige Woche ein langes Wochenende gegönnt hatte und eigentlich acht Artikelseiten zu Adobe Photoshop Lightroom tippen musste, nahm ich mir am Samstag “frei” und half einem Foto-Eleven in Sachen Studiofotografie. Beim ersten Mal hatte er versucht, mit seiner Bridgekamera Aufnahmen zu machen. Wenn Kamera und Blitzanlage nicht synchron schwimmen, geht das Unterfangen natürlich nach hinten los. Doch diesmal gab ich ihm meine Zweit-Nikon und damit die Möglichkeit, seine Freundin nach seinem Gusto abzulichten. Für mich sind zwar solche Tage als Knipser eher unergiebig, doch als Buchautor ziehe ich daraus meine Ideen.

Frauenakt in Farbe

Foto: 2009 Ronald Puhle

Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Vertrauen Besitzer einer Digitalkamera in die klassischen Kameraeinstellungen setzen. Sie sind felsenfesten der Meinung, dass irgendeine Super-Elektronik für gute Aufnahmen verantwortlich ist und man somit spielend zu bombigen Ergebnissen kommt. Mein Lieblingsspruch in dem Zusammenhang ist: “Das kann doch jeder …” oder so ähnlich.

Richtig bewusst wurde mir der Umstand zu Beginn der Arbeiten am letzten Buch. Nicht auf meinem Mist gewachsen wurde angedacht, mich seitenweise zu den Motivprogrammen auszulassen. Doch Dank Vollautomatik bei motivspezifischen Prioritäten gibt es ernsthaft nichts darüber zu berichten, außer: Motiv auswählen, Kamera einschalten, einfach oder niveauvoll Draufhalten, Knopf gedrückt und Kamera zum Strom sparen wieder ausschalten. Das war es. Es ist völlig egal, welches Motiv sich da vor der Linse drapiert oder nicht. Die Technik und eine “pfiffige” Logik dahinter macht.

Stellenweise habe ich den Eindruck, gegen einen übermächtigen Kameragott in Chipgröße und Stacheldrahtverhau ankämpfen zu müssen. Ich bleibe mal beim Blitzen: Das Verhältnis der Belichtung Vordergrundmotiv zum Hintergrund wird gelegentlich als eine wundersame Magie der Elektronik angesehen. Dass der Kamerahalter genauso gut die Einstellungen vornehmen kann und dabei noch die Stimmung individuell beeinflusst, ist ein “Überzeugungsakt”, der mich immer wieder einige Nerven kostet.

An dem Punkt angelangt versuche ich mich immer zu erinnern, wie ich das erste Mal eine Kamera in den Händen hielt und mich mehr schlecht als recht abmühte, ihr etwas Brauchbares abzuringen. In einem Punkt bin ich mir jedoch relativ sicher: Zum Sklaven einer Automatik … die vom Hersteller womöglich noch als Kreativprogramm oder ähnlich erklärt wird … habe ich mich nicht gemacht. Was da am Ende auf der Speicherkarte landet, hat in den seltensten Fällen meiner Vorstellung einer Belichtung entsprochen. Gerade im Bridge-Segment leistet die Live-Vorschau gute Dienste, ein Gefühl für die Belichtungseinstellungen zu bekommen. Weshalb also die Knipse alles alleine machen lassen, wenn ich alles am Display noch vor dem Knips kontrollieren kann?

Die vorangestellten Ausführungen sind kein Vorwurf gegen irgendjemand. Im Gegenteil: Fotografie ist ein Lernprozess, der weitaus weniger mit Technik zu tun hat als man denkt. Vieles sind reine Einstellungsfragen, das Überwinden des eigenen Schweinehunds und der permanenten Selbstmotivation. So besteht meine Freude an der Fotografie nicht darin, noch mehr Menschen … wenn möglich weiblich und nackt … Blumen, alte Bäume oder ehrwürdige Gebäude abzulichten. Mein Spaß an dem Hobby besteht darin, neue Aufnahmetechniken auszuprobieren. Das Motiv ist mir dabei eigentlich fast egal … :)

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One Response to “Ansichten, Einsichten und Motivation”

  1. topmodel Says:

    Die Modelagentur und Castingagentur flashModels erstellt Models Sedcards, ideal fü Fotografen und TV-Produktionen.

    Redaktionelle Anmerkung
    Solch sinnreiche Kommentare werden von der URL befreit … ;)

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