Wenn die Hand im Spiel ist
Kürzlich las ich einen interessanten Beitrag von Michael K. Trout zum Thema Akt und Körperdetails. Ich empfand den Artikel, eingefasst in seine kleine Fotoschule, als eine gewisse Selbstbestätigung: Die Hand als Gestaltungsmittel. Eher intuitiv habe ich sie bei einer Vielzahl meiner Detailaufnahmen ins Spiel gebracht und vermutete im Nachgang einen gewissen Fetisch meinerseits.
Sicherlich sind in diesem Zusammenhang meine Aufnahmen zu direkt … eben als Mann … gedacht, wenn die eigene Hand des Modells ihre Brust oder andere primäre Geschlechtsmerkmale berührt. Am nachfolgenden Beispiel möchte ich jedoch zeigen, dass manchmal meine Gedankengänge einen Schritt weitergehen. Vielleicht ist das Ganze selbst beim zweiten Blick nicht so offensichtlich? Dann muss ich berechtigt einräumen, mein Ansinnen nicht deutlich genug in ein Foto umgesetzt zu haben.

Foto: 2009 Ronald Puhle
Die vordere Hand des Modells greift zwar den Busen, dennoch wirkt sie sehr entspannt und locker aufsitzend. Die Körperhaltung insgesamt zeugt dagegen von einer gewissen Anspannung … mit etwas mehr Fantasie sogar von einer eindeutigen Erwartungshaltung. Mein Hauptaugenmerk lag jedoch auf der hinteren, eher unscharf abgebildeten Hand. Hier sind Daumen und Zeigefinger so angelegt, als würden sie die vordere Brustwarze jederzeit ergreifen wollen.

Foto: 2009 Ronald Puhle
Von dieser Szene habe ich mehrere Varianten geschossen. Etwas näher dran und im Beschnitt die beiden Hände im Fokus, wird meine Absicht vielleicht etwas deutlicher. Die vordere, scharf abgebildete Hand erscheint jetzt eher so, als hielte sie den Busen fest und gibt so der Hand im Hintergrund die Möglichkeit, jederzeit zuzufassen. Der Nachteil dieses Ausschnittes: Die leicht angespannte Körperhaltung geht hier verloren.
Bevor die Fantasie bei dem einen oder anderen Leser durchgeht: Solche Szenen sind gestellt und stammen nicht aus irgendeiner Aktion heraus. Ich bin kein Voyeur, der seine Modelle bei “stimulierenden” Handlungen begafft und dabei fleissig knipst. Alles läuft in kontrollierten Bahnen ab und während dieser Arbeit kommen mir keine Gedanken an Sex, Orgien oder was sich Außenstehende auch immer unter einem Fotoshooting vorstellen …
Weiterführende Links
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November 3rd, 2009 at 14:00
Ich werde das Gefühl nicht los, dass du dich für dein Interesse an der Aktfotografie rechtfertigen musst oder willst. Zu 95% ist die Aktfotografie von männlichen Fotografen belegt und ob die sich dabei was denken oder nicht, spielt für mich keine Rolle, sofern es nicht offensichtlich wird.
Ich persönlich finde die gezeigten Fotos etwas zu hart. Ein weicheres Licht, weniger harte Schatten und ein bisschen mehr Unschärfe, würden die Fotos für mich sinnlicher/fraulicher machen. Ich wäre aber als Frau auch anders fotografisch daran gegangen
November 3rd, 2009 at 14:17
@ jana: danke für deine ausführungen. rein technisch betrachtet: das licht war durch einen reflektor in kombination mit einer softbox sehr hart gewählt. ich hatte es so für das blitzen-buch so gewählt … dort ist aber “nur” die bekleidete version zu sehen.
um eine größere blende zu nehmen, gibt die blitzanlage zuviel licht ab. ich kann sie nicht weiter runter regeln.
zum rechtfertigen der aktfotografie möchte ich nur soviel sagen, dass bei mir hier in letzter zeit wieder diskussionen aufgekommen sind, die ein solches shooting mit sexorgien gleichstellen. leider …
bzgl. der anderen herangehensweise stimme ich dir zu … der gedanke kam mir auch schon … nur das wie ist mir noch nicht so klar