Wie es bei mir mit dem Knipsen und Tippsen anfing …
Werde ich gefragt, wie ich zur Fotografie oder dem Schreiben von Artikeln beziehungsweise Bücher kam, dann antworte ich “Alles nur per Zufall”. Die Ambition an sich und vor allem die daraus resultierende Entwicklung hat sich einfach aus der Situation heraus ergeben … quasi zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.
Zur digitalen Fotografie kam ich über den Umweg Filmfotografie. Dazwischen lagen jedoch eine fast 15 Jahre andauernde Pause. 1980 zog meine Familie von Berlin-Weißensee nach Pankow. Hier lernte ich nicht nur meine spätere Angetraute kennen. Ein Bekannter von uns beiden fotografierte (Exa 1b) und entwickelte seine Aufnahmen auch selbst. Irgendwann unternahmen wir gemeinsam mehrere Ausflüge, stürzten uns anschließend in die Nasszelle seines Neubauquartiers, um die belichteten Filme zu entwickeln und auf Papier zu bringen.
Nach ca. vier Jahren war es damit vorbei. Meine damalige Verlobte und ich heirateten, zogen wenig später nach Berlin-Hohenschönhausen. Das Thema Fotografie war für mich (vorerst) ad acta gelegt. 1987 wechselte ich in den Hochschulbereich und mit der Wende an die zukünftige FHTW Berlin (heute HTW Berlin). Im Rahmen der Aufbauhilfe wurde für den Laborbereich, in dem ich tätig war, ein berührungsloses Temperaturmesssystem (Thermografiesystem) angeschafft.
Im Laufe der folgenden Jahre habe ich mich auf das Themengebiet Thermische Systemgestaltung spezialisiert. Das heisst konkret: Ich versuche Fragen zu beantworten und Lösungen zu finden, wie sich die Wärmeentwicklung in Geräten, elektronischen Baugruppen oder in Prozessoren in den Griff bekommen lässt. Hierfür habe ich oft das Thermografiesystem genutzt und mich zwangsläufig auch mit der digitalen Bildverarbeitung befassen müssen.

Foto und Thermografieaufnahme: 2009 Ronald Puhle
Anfänglich nur für den wissenschaftlichen Bereich, arbeitete ich zunächst mit CorelDraw & Co.. Später interessierte es mich, digitale Bilder zu manipulieren oder gar am Computer zu erzeugen (Terragen und Bryce). Allmählich kamen die ersten bezahlbaren Digitalknipsen auf. Die Auflösung von 320 x 240 Pixel war für den Consumerbereich sensationell (Casio QV-10a).
Zunächst beschränkte ich mich auf Bildmontagen und bediente mich des Materials, dass mir andere Fotografen zur Verfügung gestellt hatten. Ende der Neunziger bot mir ein befreundeter Fotograf sein Olympus Camedia 1400 an und ich schlug zu. Ich wollte selbst fotografieren und nicht mehr vom Gutdünken anderer abhängig sein.
Nach Abschluss meines Diplom-Studiums stellte sich mir die Frage, was ich in der Folgezeit anstelle des Büffeln unternehmen werde. Zudem Zeitpunkt suchte das fotoMAGAZIN neue freie Autoren. Ich bewarb mich … ohne auch nur einen Artikel als Referenz vorweisen zu können … und wurde genommen. Noch heute bin ich Frank Späth, mittlerweile Chefredakteur der PHOTOGRAPHIE, dafür dankbar.
Ganz ohne “Schreiberfahrung” war ich natürlich nicht. Für mein Labor an der Hochschule verfasste ich eine Reihe von Skripten und Anleitungen, mit denen wir noch heute arbeiten. Artikel für Fotozeitschriften sind da nicht viel anders. Man muss sich nur die Zeit nehmen, ordentlich zu recherchieren um keinen Blödsinn zu schreiben und anschließend alles auf die vorgegebene Seitenzahl zu reduzieren. Das ist für mich zumindest bei Artikeln die einzigste Schwierigkeit …
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