In Anspielung des Artikels über das Abstrahieren bei der Bildgestaltung möchte ich auf die Wahl des Bildformats gesondert eingehen. Persönlich habe ich mich auf zwei Formate “eingeschossen”: Kleinbild- und das quadratische Mittelformat. Die Festlegung erfolgt in Anlehnung an meine beiden Kameras: Nikon D200 für das Aspektverhältnis 2:3 und Ricoh GX200 im Seitenverhältnis 1:1.
Natürlich bieten sich weitaus mehr Möglichkeiten, die ich jedoch eher selten, besser gesagt nicht ausschöpfe. Selbst Panoramen zwänge ich ins Kleinbildformat und lasse den ungenutzten Hintergrund schwarz. Diese Haltung sehe ich für mich aber nicht als unbedingt zwingend an. Sicherlich wird es bei passender Gelegenheit (zum Beispiel Fotoausstellungen und Kapafix-Platten als Trägermaterial) zu den sprichwörtlichen Ausnahmen von der Regel kommen.
Doch zurück zu den beiden Standardformaten. Sie könnten nicht unterschiedlicher in ihrer Wirkung sein. Dem quadratischen Mittelformat wird eine sehr ruhige, gelegentlich auch langweilige Ausstrahlung nachgesagt. Dagegen orientiert sich das Kleinbildformat in etwa am Goldenen Schnitt. Nachfolgend wird ein Motiv in den beiden angesprochenen Zuschnitten gezeigt.


Foto: 2009 Ronald Puhle
In der vorliegenden Bildkomposition wurde von mir der Hochsitz nach rechts versetzt. Hintergrund ist die Richtung, aus der die Sonne auf das Vordergrundmotiv und die beiden Modelle scheint. Gleichzeitig soll der bewölkte Himmel dominieren (ca. zwei Drittel der Bildaufteilung) und der Boden “in den Hintergrund treten”. Der Bildausschnitt ist so gewählt, dass der Hochsitz in etwa die Höhe des mittleren Drittels einnimmt. Das gilt ausschließlich für das Kleinbildformat.
Insgesamt bietet das Hochformat soviel Raum, dass das Hauptmotiv (Hochsitz mit beiden Modellen) klein gegenüber dem Hintergrund wirkt. Im Mittelformat rückt dasselbe Motiv scheinbar dichter an den Betrachter heran. Insbesondere durch das “aus der Mitte rücken” des Vordergrundmotivs hebt sich die “Langeweile” des Mittelformats auf. Dafür geht die Spannung des bewölkten Himmels im Wechselspiel mit dem Sonnenschein, der meine beiden Modelle ausleuchtet, etwas verloren.
Noch eine Anmerkung zur RAW-Entwicklung: Hier handelt es sich um ein Tone Mapping aus einer Rohdatendatei (Pseudo- oder Fake-HDR in Photomatix Pro). Damit soll vor allem die Wolkenstruktur betont werden. Die Farbanpassung resultiert aus einer Cross Processing-Simulation (Exposure 2).
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